25. 12. 2011

Zierpflanzen: 15 nach GlobalGAP anerkannte Betriebe

Mit GlobalGAP ist jetzt eine Zertifizierung gefunden, die alle ein Stück weiter bringt. Im ersten Schritt wurden 15 Zierpflanzenbetriebe anerkannt und derzeit befinden sich weitere 60 Betriebe im Anerkennungsverfahren, sagte Georg Hanka, Vorsitzender des rheinischen Fachverbandes Zierpflanzen. Landgard plant, dass in drei Jahren 300 bis 400 Anlieferer nach GlobalGAP zertifiziert sind.

In Abstimmung mit dem Bundesverband Zierpflanzen hat Landgard jetzt gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen ein Handbuch erarbeitet. Mit dem System liege nun der Einstieg in ein Zertifizierungssystem zur Nachhaltigkeit vor, doch Hanka hofft, dass in Kürze auch eine Anerkennung nach sozialen Standards hinzukommt. Dadurch wäre endlich erreicht, dass ein Verfahren für Zierpflanzen sowohl den Handel als auch den Verbraucher erreicht.

Der Verbraucher verlange Produktsicherheit, der Einzelhandel Zertifikate, fasste Dirk Teuber, Berater der Landwirtschaftskammer NRW, zusammen. GlobalGAP zwinge dazu, die betrieblichen Abläufe zu optimieren. Im vergangenen Jahr ist die Version 4.0 für den gesamten Agrarsektor veröffentlicht worden und sie gilt ab 2012. Technische Arbeitsgruppen in über 30 Ländern arbeiten an der kontinuierlichen Weiterentwicklung, so Teuber. Ziel ist, einen gleichen Standard für alle zu entwickeln und Sicherheit für den Handel zu gewährleisten.

Jetzt sind 110.000 Betriebe in über 100 Ländern beteiligt. Dazu gibt es ein Basismodul für den Gesamtbetrieb und ein Basismodul für Pflanzen, getrennt in Obst und Gemüse und für Blumen und Zierpflanzen. Verschiedene Prüfkriterien wie Bewässerung, Düngung, Pflanzenschutz, Abfall, Rückverfolgbarkeit werden nur abgefragt, wie es gemacht wird, nicht bewertet, unterstrich Teuber. Ein Sozialmodul ist neu, aber freiwillig.

Zu den generellen Regeln zählen kritische Muss-Kriterien, die zu 100 Prozent erfüllt sein müssen. Dazu gibt es nicht-kritische Muss-Kriterien, die zu 95 Prozent erfüllt sein müssen. Hinzu kommen Empfehlungen, die können erfüllt sein, sind aber nicht erforderlich. Ferner gibt es eine Check-Liste mit den einzelnen Punkten zur Kontrolle.

Tristan Heinen, Betriebsleiter im Gartenbaubetrieb Bert Schmitz, Kerken, berichtete von der praktischen Umsetzung der GlobalGAP im Betrieb. Die Zertifizierung sei hilfreich gewesen, alle betrieblichen Belange wurden Schritt für Schritt kontrolliert und überprüft. In den meisten Fällen bedeute das, genauer hinzusehen und die eigenen Anweisungen exakt zu formulieren, sagte Heinen. Viele Betriebsanweisungen werden zentral an einer Stelle gebündelt, dort kann jeder nachschauen. Andere sind unmittelbar vor Ort, beispielsweise an Maschinen oder Düngerlager angebracht.

Aus seiner Erfahrung errechnete er etwa 90 bis 130 Stunden für eine Person, die damit beschäftigt war. Die Kosten betrugen zwischen 4.000 und 6.000 Euro insgesamt. An Vorteilen nannte er eine umfangreiche kompakte Dokumentation, die zentral aufbewahrt wird.

Ein verbesserter Informationsfluss für alle Mitarbeiter, eine frühe Anpassung an bestehende und künftige Kulturanforderungen. Weitere Vorteile des Systems sind, dass die Daten im Betrieb bleiben sowie die geringen Kosten im Vergleich zu anderen Systemen. GlobalGAP bietet zudem die Grundlage für weitere Module. (fri)

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