Aus der Forschungsanstalt Geisenheim und dem Fachbereich Geisenheim der Wiesbadener Hochschule RheinMain soll im Januar 2013 eine eigenständige Hochschule werden. Die neue Hochschule soll eine besondere Ausrichtung bekommen, wie sie der Wissenschaftsrat in seinen „Empfehlungen zur Differenzierung der Hochschulen“ fordert. Dies teilt das hessische Wissenschaftsministerium mit.
Die Umwandlung soll zum 1. Januar 2013 erfolgen, sagte Ingmar Jung, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst am 7. Dezember in Wiesbaden. Für die beabsichtigte Umwandlung muss das Hessische Hochschulgesetz bis 2013 entsprechend geändert werden.
Eine solche Hochschule sei für ihre Sparte in Deutschland einmalig und damit im Wettbewerb mit Studiengängen und Forschungseinrichtungen andernorts deutlich besser aufgestellt, so Jung. Forschung und Lehre würden künftig unter einem Dach gebündelt. Das Markenzeichen Geisenheim werde als eigenständige Einrichtung noch deutlicher sichtbar.
Der Fachbereich Geisenheim der Wiesbadener Hochschule RheinMain hat derzeit 1.100 Studierende in den Fachrichtungen Gartenbau, Landschaftsarchitektur, Weinbau, Önologie und Getränketechnologie.
Nach der überraschenden Kündigung des „Staatsvertrags zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz über die Forschungsanstalt Geisenheim am Rhein“ vom 30. Juli 1987 durch Rheinland-Pfalz im Juni 2010 sind nach den Worten Jungs seither verschiedene Varianten für die Weiterentwicklung der Forschungsanstalt geprüft worden, darunter die Gestaltung als Fachbereich der Justus-Liebig-Universität Gießen, als universitärer Fachbereich der Hochschule RheinMain oder als Fachbereich dieser Hochschule.
Empfehlungen des Wissenschaftsrats zur Aufgabenstruktur sollen in Zielvereinbarungen mit der Hochschule Geisenheim ab Januar 2013 festgehalten werden. Die Einrichtung soll 2016 in den neuen Hochschulpakt aufgenommen werden.
Finanziert wurde die Forschungsanstalt Geisenheim (FAG) bis Ende 2010 – neben der Einwerbung von Drittmitteln – durch die Länder Hessen (rund 10,2 Millionen Euro) und Rheinland-Pfalz (knapp 1,3 Millionen Euro). Im vergangenen Jahr zahlte Hessen allein rund 11,5 Millionen Euro. Der Landeshaushalt 2012 sieht zwölf Millionen Euro für die FAG vor.
Die 1872 gegründete FAG ist eine der ältesten Forschungseinrichtungen des Garten- und Weinbaus im deutschsprachigen Raum. Die FAG ist die drittgrößte vom Land geförderte außeruniversitäre Forschungseinrichtung in Hessen. In der FAG gibt es 13 Fachgebiete. (ts)
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