5. 2. 2012

RFID-Chips ziehen in die Baumschule ein

Getagter Baum in der Baumschule Lappen. Werkfoto
Getagter Baum in der Baumschule Lappen. Werkfoto

RFID-Chips werden bereits in den Plomben der CC-Karren eingesetzt, natürlich auch in Kleideretiketten oder in Autoschlüsseln. In einem Modellversuch werden jetzt neu aufgeschulte Bäume mit RFID-Chips ausgerüstet, berichtete Michael Koop vom Ausschuss EDV und Kommunikationstechnik im Bund Deutscher Baumschulen (BdB) in Goslar. Auf der BdB-Wintertagung stellte er Möglichkeiten und die Anforderungen für die Zukunft vor. 

Die Baumschule Lappen in Nettetal stattet neu aufgeschulte Alleebäume mit den RFID-Chips aus. Ziel der Maßnahme ist, unter anderem durch den Einsatz dieser passiven Funk-Chips leichter zu einer Einzelstück-bezogenen Bestandsaufnahme zu kommen, so Koop. Außerdem verspricht man sich dadurch eine erleichterte Bestandsführung und Auftragsabwicklung. Weiterhin sollen die Chips ermöglichen, jeder einzelnen Pflanze die durchgeführten Pflege- und Pflanzenschutzmaßnahmen zuzuordnen und diese im Bedarfsfall auch lückenlos nachweisen zu können.

Für einen erfolgreichen Einsatz in Serie wären jedoch RFID-Chips nötig, die auch nach vielen Jahren noch zuverlässig ausgelesen werden können, betonte Koop. Weiterhin sei wichtig, sie problemlos im Baum platzieren zu können. Und natürlich dürften die Chips auch nicht zu teuer sein, sagte er: „Je billiger diese Technologie wird, desto mehr setzt sie sich durch. Und je mehr sie eingesetzt wird, desto billiger wird sie.“

Für unverzichtbar hält der EDV-Ausschuss die Plattform des BdB-Pflanzenmarktes zum Handel zwischen den Mitgliedern. Dieser kostenlose Service ermöglicht, regional nicht beschaffbare Pflanzen bundesweit bei anderen Mitgliedern zu suchen. Durch die Möglichkeit, Gesuche sowohl manuell zu erfassen als auch mit dem Programm Gartenbauformat hoch zu laden, sei das System sowohl für Raritäten wie auch für knapp gewordene Standard-Artikel gut geeignet, so Koop.

Da die Angebotslisten zeitlich beschränkt sind und auch die Einschränkung besteht, diese nicht per Gartenbauformat hochladen zu können, verhindert das eine übergroße Marktübersicht und unterbindet auch einen möglichen Preisverfall. Diese Vorteile würden den Mitgliedern verloren gehen, und der Verband würde die Kontrolle über diesen Teil des Angebotes verlieren, wenn die Plattform von einem anderen Anbieter übernommen würde. Auch hinke die technische Seite dieses BdB-Pflanzenmarktes der Entwicklung im Internet immer weiter hinterher. Damit sei ein Systemausfall auf Dauer nicht auszuschließen. Daher habe der EDV-Ausschuss Kontakt zu zwei Softwarehäusern aufgenommen, um rechtzeitig über Alternativen oder Ersatz zu reden. Deren Angebote würden zurzeit diskutiert, vor allem in punkto Bedienbarkeit, Kosten und Zukunftssicherheit bewertet. „Die Pflanzenmarkt-Plattform soll so lange laufen, wie es geht. Doch wir wollen vorbereitet sein und schnell reagieren können, wenn es zu einem Systemausfall kommt“, sagte Koop.

Weitere Themen der Zukunft sieht er in der Benutzung des Internets über die reine Information, Kommunikation und des Handels hinaus. Es reiche nicht, eine Homepage für das eigene Unternehmen erstellen zu lassen. Denn gerade die sozialen Netzwerke wie Facebook oder Xing würden zunehmend Einfluss und Bedeutung erlangen. Außerdem gewinne der Computer neben Büro und Vertrieb auch in der Produktion immer mehr an Einfluss, beispielsweise in der GPS-Steuerung von Traktoren und Maschinen. Ein weiteres Thema sei die maßgeschneiderte, preisgünstige Steuerung beispielsweise bei der Bewässerung in der Containerkultur mit der Kontrolle oder Fernsteuerung per Mobiltelefon von überall und jederzeit. (fri)

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