Sambucus nigra – der Schwarze Holunder – zählt in Mitteleuropa zu den häufigsten Straucharten. Zu den Neuheiten im Katalog 2011/12 von Kordes Jungpflanzen (Bilsen) zählt die durch schwarzrote Blätter und pink-weiße Blüten gekennzeichnete Sambucus nigra ‘Black Tower’.
Es ist eine von Seiont Nurseries in Großbritannien selektierte Holundersorte, basierend auf Kreuzungsmaterial aus dem East Malling Forschungsinstitut. Sie wurde zum Gemeinschaftlichen Sortenschutz angemeldet; unerlaubter Nachbau ist damit natürlich verboten.
Nach den in den letzten Jahren aufgekommenen und mittlerweile geschützten Sorten ‘Black Lace’ (Gemeinschaftlicher Sortenschutz EU 13679) und ‘Black Beauty’ (Gemeinschaftlicher Sortenschutz EU 10708) ist ‘Black Tower’ die dritte Rotlaubige Fliederbeere aus dem betreffenden Züchtungsprogramm. Wie bei den zwei anderen Sorten sind die schwarzroten Blätter und die nach Zitrone duftenden Blüten mit ihrem Pink/Weiß-Muster eine Besonderheit. Das Wuchsverhalten ist aber anders als bei ‘Black Beauty’ und ‘Black Lace’. Es handelt sich nach Angabe der Firma Kordes Jungpflanzen nämlich um die „erste Sambucus nigra in Fastigiata-Form“ und somit um ein säulenartiges Wuchsverhalten.
In England war Sambucus nigra ‘Black Tower’ zum besten Zierstrauch bei der National Plant Exhibition 2010 gewählt worden. Laut Katalog von Kordes Jungpflanzen ist es ein „sehr robuster und gesunder Zierstrauch, gut geeignet für Pflanzgefäße, kleine Gärten, also Säulenobst und exklusive Hecken“. Die glänzend schwarzroten Blätter stehen in starkem Kontrast zu der hellen Farbe der Blütendolden. Im Austrieb sind die Blätter grünlich.
Die violett-schwarzen Beeren sind – wie beim Holunder generell üblich – vielseitig als Lebensmittel nutzbar, wenn gut ausgereift. Rohverzehr der Beeren ist allerdings zu vermeiden. Nebenbei sei an dieser Stelle erwähnt, dass Holunder auch vielfältig als Heilpflanze verwendet wird. Beispielsweise gelten Holunder-Extrakte als Mittel gegen Grippe. Die ätherischen Öle wirken unter anderem schleimlösend. Die weiteren medizinischen Eigenschaften des Holunders lassen sich mit folgenden Stichworten auflisten: abführend, blutreinigend, harn- und schweißtreibend.
Was die beiden anderen Sorten aus dem genannten Züchtungsprogramm angeht, so spricht der Kordes Jungpflanzen-Katalog hinsichtlich der ‘Black Beauty’ als „Farbsensation unter den Fliederbeeren”. Es sei ein „auffallender und außergewöhnlicher rotlaubiger Zierstrauch, hart und gesund für alle Bereiche“. ‘Black Lace’ wurde beschrieben als „exotisch anmutender, robuster, für fast alle Situationen, Standorte und Bodenbereiche geeigneter Blüten-, Zier- und Nutzstrauch”. Die rosa leuchtenden Blütendolden sind etwa 15 Zentimeter breit. Zu den drei beschriebenen sortengeschützten Sambucus nigra-Varietäten ‘Black Tower’, ‘Black Lace’ und ‘Black Beauty’ sind bei Kordes Jungpflanzen zweijährige verpflanzte Stecklinge mit 9er-Topfballen im Angebot. Gleiches gilt für die altbekannten Sorten ‘Haschberg’, ‘Sampo’ und ‘Aurea’.
Der Holunder zählt zu den Geißblattgewächsen (Caprifoliaceae). Der Schwarze Holunder – Sambucus nigra – ist eine von etwa 25 Arten der Gattung. Nur wenige davon spielen im Angebot der Baumschulen und Gärtnereien eine wichtige Rolle, beispielsweise Sambucus canadensis, Sambucus racemosa (Traubenholunder) und eben Sambucus nigra.
Zu den Vorzügen der relevanten Holunderarten zählt die Eignung für vielfältige Standorte von sonniger bis schattiger Lage, verbunden mit geringen Bodenansprüchen. Der Schwarze Holunder verträgt kalkhaltige Böden und ist in der Pflege anspruchslos. Hierzu gehört auch, dass dieses Gehölz jährlich radikalen Rückschnitt verträgt. (eh)
Jetzt zum TASPO Newsletter anmelden.
Die IPM-Highlights können Sie hier als PDF downloaden
Hier können Sie das TASPO Messejournal zur IPM 2013 downloaden
Ist URBAN GARDENING nur ein Medienhype? Gehen alle Kameras nur auf eine Tulpe? Jakob Augstein hat da mal eine Frage. Martin Rasper, Christa Müller und Gabriela Pape antworten.Viel Spaß verspricht die Mediathek des ZDF: www.zdf.de
Diesen Beitrag kommentieren
Die Beiträge werden von der Redaktion geprüft und innerhalb der nächsten 24 Stunden freigeschaltet.
Wir bitten um Ihr Verständnis.