Lärm um Rindenmulch: Cadmiumgehalt im Visier

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Rindenmulch kann unter Umständen Cadmium enthalten. Foto: petrabarz – Fotolia.com

Die Zeitschrift Ökotest kritisiert in ihrer Ausgabe 9/2012, dass ein hoher Cadmiumgehalt in Rindenmulch (und in Kompost) dafür sorgen könne, dass der Boden immer mehr mit dem Schwermetall angereichert werden könne. Das Schwermetall sei als problematisch einzustufen, da es krebserregend sei. In einigen Regionen enthalte der Mulch Cadmiumgehalte, die der Gesetzgeber nach aktuellem Stand ab 2014 nicht mehr tolerieren werde. 

So läuft die Ausnahmeregelung für Rindenprodukte, nach der ein höherer Grenzwert als in der aktuellen Düngemittelverordnung (DüMV) von 1,5 mg je kg für Cadmium erlaubt ist, Ende 2013 aus. Die Übergangsregelung für Rindenprodukte sei notwendig gewesen, um das Inverkehrbringen von Rinde überhaupt weiterhin zu ermöglichen, begründen die Verbände in einer gemeinsamen Stellungnahme zur neuen DüMV, die 2012 in Kraft treten soll, ihren neuerlichen Vorstoß für einen höheren Grenzwert von Cadmium in Rindenprodukten.

Laut Verordnungsentwurf darf Cadmium in Rindenprodukten künftig mit 2,5 mg je kg enthalten sein. Der Gesetzgeber ist damit der Argumentation der Verbände gefolgt, die besagte, das bei einem niedrigeren Grenzwert rund ein Drittel der Rindenherkünfte von der stofflichen Verwertung im Gartenbau ausgeschlossen wären. Nämlich jene, die von Standorten mit sauren Böden stammen, wo der Cadmiumgehalt in Rinden natürlicherweise höher ist als an alkalischen. Eine Trennung der Rindenherkünfte nach Cadmiumgehalten sei in der Praxis im übrigen gar nicht umsetzbar, untermauert das Papier die Position der Verbände für einen höheren Grenzwert.

Eine Gefährdung aufgrund der natürlichen Anreicherung von Cadmium in Rinden könne angesichts des neuen Grenzwertes von 2,5 mg je kg nicht festgestellt werden, begegnen die Lobbyisten Bedenkenträgern. Unterzeichnet haben das Papier, das unabhängig von der Ökotest-Veröffentlichung entstanden ist, der BHB Handelsverband Heimwerker, Bauen und Garten; Bundesverband Garten-, Landschafts - und Sportplatzbau (BGL); Deutscher Raiffeisenverband, Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen; Industrieverband Garten (IVG), Verband Deutscher Garten-Center sowie der Zentralverband Gartenbau.

Wie Alwin Reintjes vom IVG erklärt, verzögert sich die Verabschiedung der neuen DüMV. Der Bundesrat werde nicht wie ursprünglich geplant die DüMV am 21. September 2012 im Plenum verabschieden, sondern erst später. Das Ergebnis der Verhandlungen um den neuen Grenzwert für Rindenprodukte ist daher noch offen.

Ausgerechnet jetzt greift das Magazin Ökotest das Thema Grenzwerte in Cadmium auf. „Sicherlich stört uns die Veröffentlichung von Ökotest, andererseits bringt sie zum Ausdruck, dass die gesetzten Grenzen von 1,5 mg je kg für Rinde für den weiteren Vertrieb vieler Produkte sehr eng (unserer Meinung nach zu eng) gesetzt sind“, kommentiert Reintjes den Rindenmulch-Bericht.

Ökotest räumt darin den Umstand ungünstiger Standorte von Rindenwerken ein, hält aber daran fest, dass ein geringerer Grenzwert aus Verbraucher- und Umweltsicht zu wünschen sei. Der Rindenmulch-Test enthält Ergebnisse über Körnung, Reinheit und Schwermetallgehalt. In Sachen Schwermetalle bleibe das große Problem das Cadmium, so das Fazit der Tester.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in unserer aktuellen TASPO Ausgabe 37/2012. (rve)

 

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