ZVG: Bundesregierung ignoriert Fakten zu Glyphosat

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Der Zentralverband Gartenbau kritisiert das Verhalten der Bundesregierung im Hinblick auf eine mögliche Wiederzulassung des Herbizids Glyphosat auf EU-Ebene. Foto: Fotolia cessay

Die Bundesregierung hat sich im Fachausschuss der EU-Kommission bei der Probeabstimmung zur Verlängerung der Zulassung für den Wirkstoff Glyphosat zurückgehalten. Beim Zentralverband Gartenbau stößt dieser Schritt auf wenig Gegenliebe.

ZVG: Bundesregierung ignoriert wissenschaftliche Ergebnisse der Behörden

„Die Bundesregierung ignoriert die wissenschaftlichen Bewertungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR), die Glyphosat als gesundheitlich unbedenklich eingestuft hatten. Das ist ein schlechter Tag für die Reputation von renommierten wissenschaftlichen Instituten“, so ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer.

Zentralverband Gartenbau: Angriffe auf Behörden mit Sorge beobachtet

Mit Sorge beobachtet der ZVG außerdem die zunehmenden Angriffe auf staatliche Bewertungsbehörden. „Wenn den Behörden fortlaufend Methodenschwäche und eine vermeintlich fehlende Unabhängigkeit unterstellt werden, ist der gesetzliche Auftrag für eine wissenschaftlich fundierte Bewertung von Pflanzenschutzmitteln nicht mehr erfüllbar – ein Bärendienst für den gesundheitlichen Verbraucherschutz “, so Fleischer weiter.


Der Zentralverband fordert weiterhin von der Politik, Entscheidungen lediglich auf Basis der wissenschaftlichen Faktenlage und der Erkenntnisse der zuständigen Behörden zu treffen.  

 

Leserkommentare


  1. Unglaublich: In der BfR Pestizidkommission, die Glyphosat als harmlos einstufen, sind 3 der 13 Experten hochrangige Mitarbeiter der Glyphosathersteller BAYER und BASF. Das ist so wissenschaftlich, als wenn die Ingenieure von AUDI und PORSCHE, den VW Abgasskandal untersuchen würden. 


    http://www.bfr.bund.de/de/mitglieder_der_bfr_kommission_fuer_pflanzenschutzmittel_und_ihre_rueckstaende-189320.html

    
Der Leiter der ECHA Kommission ist freier Chemieberater, der normalerweise für die Chemiekonzerne und Glyphosathersteller arbeitet.


    https://www.global2000.at/glyphosat-echa-entscheidung-ignoriert-wissenschaftliche-fakten

    Und daher hat die ECHA, wie das BfR, auch nur die geheimen Glyphosatstudien der Hersteller für ihre Bewertung herangezogen. 

Obwohl 100 Studien, die nicht von Monsanto erstellt oder finanziert wurden, belegen, dass Glyphosat DNA-, Zell-, Leber-, Hormone, Nieren-, Darmbakterien und das Autoimmunsystem schädigt und krebserregend ist:

    http://www.umweltinstitut.org/images/gen/aktionen/Roundup/Studien-Glyphosat.pdf

    
Auch der 119. Deutschen Ärztetag hat sich geschlossen für ein Verbot von Glyphosat in einem Brief an Frau Merkel ausgesprochen. Zitat: "Glyphosat (...) DNA- und chromosomale Defekte in menschlichen Zellen verursacht". Und „ Für gentoxische Effekte besteht nach derzeitiger wissenschaftlicher Meinung kein unschädlicher Schwellenwert.“, wie hier in der Pressemeldung steht:

    http://www.presseportal.de/pm/9062/3337906

    


Monsanto wird gerade in den USA von über 1000 Geschädigten, vor allem Landwirte, verklagt, die wahrscheinlich durch Glyphosat das Non Hodgkin Lymphom bekommen haben, verschiedene tödliche Tumorarten.

    In diesem Gerichtsprozess wurden auch interne Email von Monsanto veröffentlicht, die belegen, dass Monsanto die Studien selber erstellt, und dann externe Wissenschaftler, wie den deutschen Prof Greim oder die US Wissenschaftler Kier, Kirkland, Williams, Kroes und Munro… nur noch dafür bezahlt hat, dass sie diese unterschreiben und als ihre ausgeben.

    
Die leitende Monsanto Toxikologin, Dr. Donna Farmer, hatte zudem 2009 in einer offiziellen E-Mail zugegeben, dass sie nicht sagen kann, ob Roundup Krebs erzeugt, da sie das nie untersucht hätten.
    Das alles hat die Süddeutsche hier dokumentiert.


    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/umstrittene-chemikalie-wie-monsanto-hinter-den-kulissen-agiert-1.3445002

    Daher ist die Verlängerung von Glyphosat ein krimineller Skandal, auf Kosten der Gesundheit von über 500 Mio EU Bürgern zugunsten der Milliardengewinne der Chemiekonzerne, die nicht nur mit Glyphosat Milliarden verdienen sondern vor allem mit den Medikamenten gegen die Folgen.
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