Glyphosat: Hersteller müssen über Gefahren aufklären

0

Hersteller und Behörden müssen in Zukunft umfassender über die Gefahren von Pflanzenschutzmitteln aufklären, die den Wirkstoff Glyphosat enthalten. Foto: Stockr Fotolia

Der Europäische Gerichtshof hat am Mittwoch eine Grundsatzentscheidung gefällt, nach der Glyphosat-Produzenten die Öffentlichkeit über mögliche Gefahren aufklären müssen. Auch Behörden dürfen sensible Informationen über Risikoanalysen nicht länger zurückhalten.

Glyphosat: Gefahrenpotenziale nicht länger Verschlusssache

Somit gelten in Zukunft Studien, die Gefahrenpotenziale von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln aufdecken, nicht mehr als Verschlusssache. Klagen der Umweltschützer Greenpeace und Pesticide Action Network Europe hatten den Stein ins Rollen gebracht. Sie wollten die Einsicht in Studien erwirken, die den bienengefährdenden Wirkstoff Imidacloprid (Bayer) beleuchten.

Pflanzenschutz: Die Freisetzung von Wirkstoffen gilt als „Emission“

Das Problem: Bisher wurde die Freisetzung von Wirkstoffen nicht als „Emission“ betrachtet, die einer Informationspflicht durch die Behörden unterliegt. Nach dem Urteil des EuGH gilt die Applikation und die folgende Freisetzung von Wirkstoffen in Pflanzenschutzmitteln allerdings nun als „Emission“. Nicht nur Umweltschutzorganisationen, sondern auch Verbänden wie Bioland kommt das Urteil recht, beschäftigt der Ferntransport von Pflanzenschutzmitteln und die folgende Verunreinigung biologischer Kulturen die Landwirtschaft nun schon seit Jahren.

EU-Gerichtshof: Zulassungsbehörden dürfen sensible Informationen nicht verweigern

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, verstoße eine Gegenteilige Auslegung der Emissions-Richtlinie "das Ziel einer möglichst umfassenden Verbreitung von Umweltinformationen". Demnach können Zulassungsbehörden nicht länger sensible Informationen zurückhalten und dabei auf Betriebsgeheimnisse verweisen. Zulassungsbehörden könnten diese Informationen nicht mit Hinweis auf Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse verweigern, so die Richter.

 

Leserkommentare


Leider gibt es zu diesem Artikel noch keine Kommentare, schreiben Sie doch den ersten Kommentar!

Diesen Beitrag kommentieren

Benutzeranmeldung

TASPO Login

TASPO NEWSLETTER

Newsletter abonnieren

Meistgelesene Artikel

3

Ein Großprojekt plant die niederländische Investorengruppe „Charlottes Garden“ in Sangerhausen: Sie will im „Industriepark Mitteldeutschland“ am Rande der Kreisstadt auf rund 60 Hektar Gewächshäuser bauen und dort...

Mehr

Aldi läutet pünktlich zum Frühlingsbeginn die Obstsaison ein. Vergangene Woche bot Aldi Süd verschiedene Obstbäume von Apfel über Süß- und Sauerkirsche bis hin zu Pfirsich für 4,99 Euro das Stück an, ab heute zieht Aldi...

Mehr

Im Kampf gegen Feinstaub und Schadstoffe geht Stuttgart jetzt völlig neue Wege. Eine Mooswand, die erste ihrer Art in Baden-Württemberg, soll ab sofort in einem Versuchsprojekt die Luftqualität der schwäbischen Metropole...

Mehr