Illegaler Online-Handel mit Pflanzenschutzmitteln

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Handelsplattformen wie Amazon oder eBay sind den geltenden pflanzenschutzrechtlichen Vorschriften unterworfen. Foto: eBay

Wer mit Pflanzenschutzmitteln handelt, hat wichtige Pflichten zu erfüllen. Das gilt auch für den Verkauf über das Internet. Auch auf diesen wachsenden Verkaufszweig haben die Behörden deshalb ein zunehmend wachendes Auge – allerdings gleicht die Jagd auf illegale Verkäufer im Internet oft einem Wettlauf, wie verschiedene Referenten auf dem deutschen Pflanzenschutztag in Halle berichteten.

Internethandel mit Pflanzenschutzmitteln: Konfliktpotenzial

Welchen Konflikten insbesondere der Händler ausgesetzt ist, der Pflanzenschutzmittel über das Internet anbietet, machte Andreas Willems, Justiziar des Julius Kühn-Institutes (Braunschweig), deutlich. Internethändler, auch internationale, sind genau wie auch internationale Handelsplattformen wie Amazon oder eBay den geltenden pflanzenschutzrechtlichen Vorschriften unterworfen und müssen damit alle schon erläuterten Pflichten erfüllen, direkte Händler müssen dem Kunden zudem unter anderem einen nachgewiesen sachkundigen Ansprechpartner für Rückfragen zur Verfügung stellen.

Sie unterliegen dem deutschen Recht, wobei die Kontrolle auf dessen Einhaltung Ländersache ist. Angeboten werden dürfen in Deutschland ausschließlich in Deutschland zugelassene Pflanzenschutzmittel. Aktuelle Informationen gibt die Leitlinie „Abgabe von Pflanzenschutzmitteln“ des BVL vom Februar 2016. Plattformen wie Amazon mit hohen Nutzerreichweiten arbeiten hier teilweise schon mit Selbstverpflichtungen, wie im Vortrag deutlich wurde.

Illegaler Handel: Kontrolle von eBay & Co.

Allerdings sieht die Praxis teilweise ganz anders aus, wie Michael Morgenstern vom Pflanzenschutzdienst Brandenburg (Frankfurt Oder) im Rahmen der Haller Tagung berichtete:
Pflanzenschutzmittel werden über den Online-Vertriebsweg in immer stärkerem Umfang in den Verkehr gebracht, sind seine Erfahrungen. Für alle Händler, auch Internethändler und Vermittler, sind aufgrund veränderter Zuständigkeiten seit 2014 die jeweiligen Pflanzenschutzdienste der Bundesländer in ihrem Bundesland zuständig.

„Damit sind die Pflanzenschutzdienste auch für die Kontrolle der großen Internet-Marktplätze – in Bayern ist dies Amazon und in Brandenburg eBay– verantwortlich“, so Morgenstern – für die Länder damit seit 2014 ein völlig neues Arbeitsgebiet.

Ab 2017 systematische Recherchen über das Programm „g@zielt“

 Die Bekämpfung illegaler Pflanzenschutzmittelangebote im Internet gleiche damit ein bisschen einem Wettrennen von „Hase und Igel“, bestätigte auch Jörn Wogram vom Bundesumweltamt (UBA) in der anschließenden Diskussion. „Aber die Theorie in der Bekämpfung solcher Angebote stimmt erst einmal, auch die Konsequenzen von eBay sind recht drastisch bis hin zur Sperrung der Anbieter und der Einbehaltung von Gebühren“, fasst Morgenstern zusammen.

Laut Erfahrungen eines Pflanzenschutzmittelherstellers aus dem Publikum laufe die Zusammenarbeit mit Amazon weniger gut als mit eBay, es dauere oft Wochen, bis Produktfälschungen aus dem Netz genommen werden, nannte er ein Beispiel.

Noch mehr Neuigkeiten rund um die deutsche Pflanzenschutztagung finden Sie in der aktuellen Ausgabe der TASPO (44/16).

 

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