Die neue Deutsche Blumenfee 2023/24

Kathrin Köhler, 25, wurde auf dem Deutschen Gartenbautag des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) zur Deutschen Blumenfee 2023/24 gekürt. Ein Jahr lang repräsentiert die Meisterfloristin aus Bayern nun die Grüne Branche. Im Interview mit der g&v verrät sie uns, was das Amt mit sich bringt und wie ihre Pläne aussehen.

Als Gestalterin für Blumenkunst und Design arbeitet Kathrin Köhler am liebsten naturnah. Dieses Verständnis für Blumen möchte sie in ihrem Amtsjahr der Öffentlichkeit näherbringen und so die Grüne Branche repräsentieren Foto: ZVG/Rafalzyk

Kathrin, herzlichen Glückwunsch zur Wahl als Deutsche Blumenfee. Was waren deine Beweggründe, dich dieser Wahl zu stellen?

Kathrin Köhler: Ich habe schon längere Zeit den Instagram-Account der „Deutschen Blumenfee“ begeistert verfolgt. Je mehr ich dadurch über das Amt erfahren habe, umso interessierter wurde ich. Mich motivierte schließlich der Gedanke, meine Leidenschaft zur Floristik, zur Pflanzenwelt und zu gutem Design nach außen tragen zu können, und so bewarb ich mich für das Amt der Deutschen Blumenfee. Zudem ist es eine gute Gelegenheit, tiefer in die Branche einzutauchen und neue berufsspezifische Erfahrungen zu sammeln. Nicht zuletzt möchte ich in meinem­ Amtsjahr neue Kontakte knüpfen und in der Branche den einen oder anderen eigenen­ Impuls einbringen.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um sich zu bewerben?

Köhler: Aktuell können sich nur weibliche Kandidatinnen zur Wahl stellen, die ausgebildete Gärtnerinnen oder Floristinnen sind. Die deutsche Blumenfee präsentiert ja für ein Jahr die Grüne Branche, und das kann man am authentischsten mit Fachwissen und brancheneigenen Erfahrungen. Außerdem sollte sie ein offener Mensch mit Freude an Auftritten vor Publikum und in der Öffentlichkeit sein. Und natürlich braucht es eine gewisse Flexibilität und Reisefreudigkeit für die Wahrnehmung der Termine, die in ganz Deutschland stattfinden.

Wie verlief bisher dein beruflicher Werdegang?

Köhler: Während meiner dualen Ausbildungszeit am BSZ Regensburger Land beziehungsweise im Betrieb bei Blumen Steinhilber in Weiden durfte ich 2018 bereits Wettkampferfahrungen sammeln und am „Fleurops Junge Wilde Azubi-Cup“ teilnehmen. Im Juli 2019 schloss ich meine Ausbildung zur Floristin sehr erfolgreich und mit Auszeichnung der Regierung ab. Nach einem Jahr als Gesellin startete ich mein Studium zur „Staatlich geprüften Gestalterin für Blumenkunst­ und Design“ in Weihenstephan. Dieses konnte ich 2022 ebenfalls mit Auszeichnung abschließen. Seitdem bin ich als Meisterfloristin tätig. Seit April 2023 biete ich zudem an der VHS Weiden als Kursleiterin florale Workshops an.

Was erwartet dich in deinem Amtsjahr?

Köhler: In diesem Jahr werde ich als Botschafterin für Blumen und Pflanzen tätig sein. Ich vertrete in dieser Zeit die Branche deutschlandweit in der Öffentlichkeit und bei verbandseigenen Veranstaltungen­. Dabei werde ich bei Pflanzentaufen, Saisoneröffnungen und Empfängen dabei sein sowie Blumengrüße bei Versammlungen überreichen. Außerdem reichen meine Aufgaben von der Begleitung der Messetage auf der IPM in Essen und der Grünen Woche in Berlin bis hin zum Überreichen des Valentinstags-Straußes im Bundeskanzleramt. Des Weiteren­ warten sicher einige Interviews von Regional- und Fachpresse und der eine oder andere Auftritt im Radio oder bei TV-Sendungen.

Gibt es bestimmte Themen oder Aspekte, die du in deiner Funktion als Blumenfee in der Öffentlichkeit bekannter machen möchtest?

Köhler: Meine Leidenschaft zur Pflanzen- und Floristikwelt möchte ich authentisch und vor allem natur- und praxisnah nach außen tragen. Besonders wichtig ist mir dabei der enge und persönliche Kontakt zu den Interessierten. Ich freue mich auf einen spannenden und informativen Austausch. Sehr am Herzen liegt mir zudem die Nachwuchsförderung, denn es wäre einfach schade und in vielerlei Hinsicht nicht angemessen, würden die Berufe der Grünen Branche verschwinden. Ich bin der Meinung, sie sind lebensnotwendig und bereichern uns alle.

Wie in verschieden anderen Branchen fehlt auch in den grünen Berufen engagierter Nachwuchs. Was ist deiner Meinung nach nötig, um wieder mehr Menschen dafür zu begeistern?

Köhler: Aus meiner Sicht ist es wichtig, viel mehr Werbung für unsere Berufe in der Grünen Branche zu machen. Vor allem jungen Leuten ist Transparenz von Anfang an wichtig. Je mehr Einblick sie bekommen, umso authentischer werden die Betriebe wahrgenommen. So können sie sich ein eigenes realitätsnahes Bild vom Beruf machen und dann abwägen, ob er für sie infrage kommt. Dafür sollte der Kontakt zum Nachwuchs noch mehr über die sozialen Medien intensiviert werden.

Hast du neben repräsentativen Aufgaben die Möglichkeit, in deinem Amtsjahr gerade den jungen Kollegen stellvertretend eine Stimme zu geben?

Köhler: Ich werde mein Möglichstes tun, mich für sie einzusetzen. Beispielsweise bin ich auf der IPM in Essen und bei Grünen Woche in Berlin dabei. Hier sind, denke ich, die besten
Rahmenbedingungen gegeben, um das eine oder andere Thema – sei es in einem Interview, einer Rede oder im persönlichen Austausch – anzusprechen.