GaLaBau Rheinland: Einer vom 1. Arbeitsmarkt steht zwei anderen gegenüber

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"Früher gab es ABM, das war noch harmlos, jetzt stehen einer regulären Arbeitskraft im GaLaBau zwei Kräfte aus subventionierten Verhältnissen gegenüber. Das kann unsere Branche auf Dauer nicht verkraften", sagte Manfred Lorenz, Präsident des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen auf der Verbandsausschusssitzung des Landesverbandes Gartenbau Rheinland am 6. November. Etwa 16 000 Arbeitskräfte sind im GaLaBau beschäftigt. Demgegenüber stehen etwa 12 000 Mitarbeiter in beschützten Werkstätten, 10 000 in Gesellschaften ohne Gewinnerzielungsabsicht und 8200 als Ein-Euro-Jobber. Das bedeutet ein Verhältnis von 1:2, das sich nicht so einfach verkraften lässt, so Lorenz. Vor allem Betriebe mit öffentlichen Aufträgen sind unzufrieden, insbesondere umsatztragende Großunternehmen müssen sich immer stärker mit der Suche nach Arbeit beschäftigen. Landschaftsgärtner mit überwiegend privaten Aufträgen sind meist gut versorgt, haben teilweise einen Vorlauf von ein bis zwei Monaten. Der milde Winter im vergangenen Jahr hat einerseits dafür gesorgt, dass Betriebe durcharbeiten konnten, auf der anderen Seite mussten andere Betriebe hektisch nach Aufträgen suchen, damit sie durcharbeiten konnten. Nach einem phantastischen Frühjahr bescherte der Sommer vor allem den Pflegebetrieben wieder viel Arbeit. Entsprechend rutschen die Preise in den Keller und wer im Moment die Betriebe fragt, bekommt nicht mehr so optimistische Antwort, sagte Lorenz. Der Markt geht wohl gerade sehr zurück. Insgesamt hätten die Betriebe etwa acht Prozent Kostensteigerung zu verkraften. Demgegenüber stehen aber nur etwa zwei Prozent höhere Preise, die sie nehmen können. Viele Betriebe haben in den vergangenen Jahren ihre eigene Struktur neu organisiert, um eben die Kosten so gering wie möglich zu halten. Da ist jetzt nicht mehr sehr viel Luft. Lorenz untermauerte auch mit Zahlen: Der letztjährige Branchen-Umsatz in Nordrhein-Westfalen betrug 1,4 Milliarden Euro. Genauso hoch war er auch vor zehn Jahren, nur heute verteilt er sich auf die doppelte Zahl von Unternehmen. In den Jahren 2002 bis 2005 hat der rheinische Verband über 100 Mitglieder durch Insolvenz verloren, worunter auch Betriebe mit bis zu 80 Beschäftigten waren. Daraus gingen oftmals neue, junge Unternehmen mit zwei bis fünf oder zehn Mitarbeitern hervor. Dies habe sich auch in der Entwicklung der Mitgliederzahl niedergeschlagen, so Lorenz. Im vergangenen Jahr zählte der Verband 763 Mitglieder, heute sind es 832. Erfreulich ist doch immer noch die Ausbildungssituation mit zurzeit 2 800 Auszubildenden.

 

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