Freiraum 2030: Mehr Dachgärten in München?

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Anstatt Beton, wird es auf Münchens Dächern bald Blüten geben. Foto: Jörg Koopmann/LHM

München wächst rasant. Die Wohnraumknappheit zwingt zum Bauen. Freie Flächen werden zunehmend zur Rarität. Für Grün bleibt immer weniger Platz. Wie es trotzdem funktionieren kann, soll nun ein neues Konzeptgutachten, „Freiraum 2030“, des Münchener Referats für Stadtplanung und Bauordnung zeigen – eine Chance für den GaLaBau.

München: Grün- und Freiräume langfristig erhalten

Es soll dabei helfen, Grün- und Freiräume in der bayerischen Landeshauptstadt langfristig zu erhalten und weiterzuentwickeln. Erarbeitet wurde es unter anderem vom Landschaftsarchitekturbüro BGMR (Berlin), dem Architekturbüro Friedrich von Borries (ebenfalls Berlin) und dem Münchener Freiraumstudio.

Konzept: Flachdächer begrünen

„Bei knappen Flächen werden Mehrfachnutzungen anzustreben sein, Nischen müssen aktiviert werden, Dächer und Straßen als Freiflächen qualifiziert werden“, heißt es in der Untersuchung. Die Ideen für die Zukunft: Fassaden begrünen und Flächen auf Flachdächern privater und öffentlicher Gebäude als öffentlich nutzbare „Hochparks“ anlegen. Ein Zwischenschritt seien halböffentliche Gemeinschaftsdachgärten, zu denen zum Beispiel alle Hausbewohner Zugang haben. Der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Bayern begrüßt das Vorhaben der Stadt. Neben dem Aspekt der grünen Dächer, gebe es noch einen weiteren positiven Effekt, der gerade in der Wachstumsmetropole München nicht zu unterschätzen sei.

VGL: Stadt München hat enorm hohen Versiegelungsgrad

„Trotz Isar-Auen und Englischem Garten hat die Landeshauptstadt aufgrund des Immobilienbooms einen enorm hohen Versiegelungsgrad. Die Folge: Regenwasser kann bei Starkregen nicht oder nur eingeschränkt im Boden versickern und belastet erheblich die Kanalisation“, sagt Gerhard Zäh, VGL-Vizepräsident und -Schatzmeister, im Gespräch mit der TASPO. „Mit der Entsiegelung von Dachflächen durch deren Begrünung können wir dieses Problem abmildern und gleichzeitig neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen bereitstellen.“

Ausstellung: Stadtgrün diskutiert

Zäh betont: „Besonders wichtig ist dabei die frühzeitige Einbindung der Bevölkerung. Bei der Planung und Umsetzung von Ideen moderner Stadtentwicklung müssen Bürger, Verbände und Vereine mitgenommen werden und die Gelegenheit erhalten, ihre Anregungen zu äußern.“
Eine Gelegenheit, sich an an der Planung zu beteiligen und Wünsche zu äußern, gab es von Mitte Januar bis Anfang März während einer Ausstellung, bei der die Freiraumideen präsentiert und diskutiert wurden – darunter auch die derzeitigen und künftigen Grünprojekte.

Insgesamt besuchten rund 18.600 Interessierte die Ausstellung, so die Bilanz der Organisatoren. Ein Erfolg war demnach eine Postkartenaktion, bei Besucher unter anderem ihren Lieblingsort, den „ödesten Ort“ und die „tollste Idee“ wählen konnten. Das Ergebnis der 919 ausgefüllten Karten: Die Isar ist der Lieblingsort, gefolgt vom Englischen Garten und Hofgarten. „Ödeste Orte“ sind gleichrangig der Hauptbahnhof und der Ratzinger Platz. In der Rubrik „Tolle Idee“ landeten die Dachgärten auf Platz vier.

GaLaBau muss Stadtbewohner über Chancen aufklären

Im Bereich Gebäudegrün sieht VGL-Vizepräsident den Garten- und Landschaftsbau in der Pflicht: „Hier müssen wir Fachleute noch mehr Aufklärungsarbeit zur Bewusstseinsbildung der Stadtbewohner leisten.“ Für die Ideenfindung, Gestaltung und Pflege seien Experten gefragt. „Nur die Fachbetriebe verfügen über das notwendige Wissen, damit Außenanlagen ein stimmiges, grünes Gesicht erhalten – und das nachhaltig über viele Jahre.“

Nicht zuletzt schlummern dort Aufträge. So profitiert nicht nur der Hochbau, sondern auch der GaLaBau von einer wachsenden Stadt.

 
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