Alternativen zu fossilen Brennstoffen: Heizen mit grüner Energie

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Die Biogasanlage der Gemeinde Morbach. Silage der Maispflanze kann als Substrat für Biogaserzeugung eingesetzt werden. Fotos: Czerwinski, juwi

Wer mit fossilen Energien heizt, hat wenig zu lachen. Denn in den vergangenen Jahren sind die Preise für diese Energieträger weltweit weiter stark gestiegen, informiert die juwi-Gruppe (Wörrstadt), ein nach eigenen Angaben führender Projektentwickler von Erneuerbare-Energie-Anlagen.

Die Hauptgründe dafür seien ein höherer Bedarf durch steigende Industrialisierung und Bevölkerungswachstum sowie die Verknappung der natürlichen Ressourcen. Laut Statistischem Bundesamt ist beispielsweise der Heizölpreis zwischen 2002 und 2012 um 271 Prozent gestiegen. Der Preisanstieg für Erdgas lag in den vergangenen zehn Jahren bei jährlich etwa fünf Prozent.

Dabei ist Erdgas laut juwi gerade für Betriebe mit hohem Strom- und Wärmebedarf eine gute Lösung. Bei seiner Verbrennung in einem Blockheizkraftwerk entsteht nicht nur Strom, sondern auch Wärme. Der sogenannte Wirkungsgrad, also die Ausnutzung des Rohstoffes, liege dann bei über 90 Prozent.

Noch umweltfreundlicher und über einen längeren Zeitraum gesehen auch günstiger heize es sich aber mit Biomethan. „Biomethan ist so gut wie CO2-neutral. Zudem ist es oft wirtschaftlicher als normales Erdgas. Das gilt insbesondere dann, wenn der Wärmebedarf besonders hoch ist, zum Beispiel ab 1.000.000 Kilowattstunden im Jahr. Deshalb lohnt es sich besonders für Gärtnereien, die ihre Gewächshäuser ganzjährig heizen und relativ wenig Strom verbrauchen“, erklärt Peter Kuhrke, bei der juwi-Gruppe zuständig für die Entwicklung von erneuerbaren Energielösungen für Industrie und Gewerbe. Und das sei so, obwohl Biogas im Moment doppelt so viel kostet wie fossiles Gas.

Kuhrke erklärt: „Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz bekommen Betreiber von Biomethan-Blockheizkraftwerken eine feste Vergütung für den produzierten Strom, sodass die Wärmegestehungskosten relativ niedrig gehalten werden. Mit steigenden Preisen für fossile Brennstoffe steigt die Wirtschaftlichkeit sogar noch.“ Darüber hinaus seien die Preise für Biomethan im Gegensatz zu herkömmlichem Erdgas über zehn Jahre fix.

Biomethan ist ein Produkt, das aus Biogas hergestellt wird, welches wiederum Ergebnis eines Gärprozesses ist. Unter Ausschluss von Sauerstoff bauen Bakterien organische Substanzen ab. Das entstehende Biogas ist brennbar und kann somit Strom und Wärme produzieren. „Das ist übrigens ein ganz natürlicher Prozess, wie er auch in der Natur oft vorkommt.

Vergärungsprozesse passieren zum Beispiel auch in Seen oder in Pansen von Wiederkäuern“, so Kuhrke. Künstlich erzeugt werde dieser Prozess in Biogasanlagen, welche häufig im Besitz von Landwirten sind. Sie sitzen an der Rohstoff-Quelle, haben etwa Gülle oder Grünschnitt, mit welchen sie die Biogasanlage befüttern. Da die Rohstoffe nachwachsen und somit endlos verfügbar sind, zähle Biogas zu den erneuerbaren Energien. Es ist ein wichtiger Bestandteil der Energiewende, da Biogas nach Bedarf produziert und verfeuert werden und somit Lücken von Solar- und Windenergie schließen kann.

Zudem sei es speicherbar. Zuvor muss es laut Kuhrke jedoch in Biomethan umgewandelt werden. „Methan an sich ist der wichtigste Bestandteil des Biogases, da es der eigentliche Energieträger ist. Biogas besteht zur Hälfte aus Methan. Seit einigen Jahren ist es technisch möglich, in Aufbereitungsauflagen Biogas zu Biomethan, auch Bioerdgas genannt, zu veredeln. Dabei werden das Kohlendioxid und die Spurenstoffe aus dem ursprünglichen Biogas entfernt und damit gleichzeitig der Methangehalt angehoben. So erhält man eine Reinheit auf Erdgasniveau. Das erhaltene Gas kann direkt in das vorhandene Erdgasnetz eingespeist werden“, erklärt der Energieexperte.

Die Einspeisung in das Erdgasnetz sei eine große Errungenschaft: das Biomethan kann unabhängig von dem Erzeugungsort genutzt werden. Die Wärme- und Stromgewinnung in Blockheizkraftwerken könne also dort erfolgen, wo die Energie benötigt wird. Für Gewerbetreibende sei das ein großer Vorteil. Sie brauchen den Angaben zufolge lediglich ein kleines Blockheizkraftwerk und haben zudem eine höhere Versorgungssicherheit, da das Gas nicht erst importiert werden muss.

Peter Kuhrke von juwi sagt: „Diese umweltfreundliche Art der Energiegewinnung wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Sie ist ein wichtiger Bestandteil einer Energieversorgung, die nicht nur sicher, sondern auch nachhaltig, sauber und vor allem wirtschaftlich ist.“ (ts)

Mehr Informationen gibt es unter www.juwi.de.

 

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