Arbeitsunfälle: die Hände optimal schützen

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Wichtige Hinweise zum präventiven Hautschutz gibt die BGHW-Broschüre. Werkfoto

Floristische und gärtnerische Arbeiten werden fast ausschließlich mit den Händen ausgeführt. Wer denkt aber daran, dass bei allen diesen Arbeiten gerade für die Hände große Gefahren bestehen? Dabei ist es die Haut, die besonders diesen Gefahren ausgesetzt ist und in der Praxis zu einer besonders hohen Zahl an gemeldeten Arbeitsunfällen und Berufserkrankungen führt.

Tatsache ist, darauf weist die Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (BGHW) hin, dass innerhalb des Einzelhandels gerade die floristische und gärtnerische Branche bei den Entschädigungsleistungen einen Spitzenplatz einnimmt.

Durch berufliche Arbeiten verursachte Hauterkrankungen verursachen nicht nur vorübergehende Krankheitserscheinungen, sondern können sogar zu einer Aufgabe der beruflichen Tätigkeit führen. Schon vor sechs Jahren wurde von der Berufsgenossenschaft für den Einzelhandel das Merkblatt „Blumen und Pflanzen“ herausgegeben, das auf die vielen Ursachen von Hautschäden gerade im floristischen und gärtnerischen Bereich aufmerksam machte. Dieses Merkblatt wurde neu überarbeitet und ist Ende des vergangenen Jahres in einer neuen Ausgabe erschienen.

In dem Merkblatt wird in erster Linie auf arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren wie Haut- und Atemwegserkrankungen hingewiesen, die vor allem durch Feuchtigkeit, unter anderem aber auch durch Reinigungsarbeiten, Umgang mit Nadelhölzern oder allergische Pflanzeninhaltsstoffe ausgelöst werden. Auch kommt es immer wieder zu einer Überlastung der Wirbelsäule durch zu schweres Heben und Tragen. Ebenso ist die Zahl der Unfallgefahren sehr groß, wobei Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle auf Fußböden, Gehwegen und Treppen im Vordergrund stehen. Es folgen Schnitt- und Stichverletzungen durch Messer, Scheren, Handwerkszeug, spitze Gegenstände, aber auch durch Blumen und Pflanzen.

Wenig bekannt ist in der Praxis, dass Hauterkrankungen vor allen Dingen durch Feuchtarbeit, Pflanzenallergene und Pflanzenreizstoffe ausgelöst werden. Gerade bei der häufigen Feuchtarbeit wird die Haut ausgelaugt, trocken und rissig, während der Fett- und Säureschutzmantel zerstört wird. Durch zusätzliche kleine Hautverletzungen bei der Arbeit ist dann diese stark beanspruchte und schon vorgeschädigte Haut gegen Hauterkrankungen, zum Beispiel Abnutzungsdermatose oder das allergische Ekzem, nicht mehr ausreichend geschützt.

Aufgrund dieser Situation wird in dem Merkblatt „Blumen und Pflanzen“ dringend empfohlen, rechtzeitig und in ausreichendem Maße die Hände mit Hautschutzpräparaten vorbeugend zu behandeln und außerdem bei entsprechenden Arbeiten auch Schutzhandschuhe zu tragen. Dabei ist es natürlich sehr wichtig, zur richtigen Zeit auch die richtigen Präparate für die Hautreinigung und -pflege zu verwenden und auch für entsprechende Arbeiten die geeigneten Handschuhe auszuwählen.

Sinnvoll und empfehlenswert ist es sogar, einen Hautschutzplan zu erstellen und diesen an einer geeigneten Stelle innerhalb des Betriebes, zum Beispiel an einem Handwaschplatz, aufzuhängen.

Ein Muster-Hautschutzplan ist dem neu überarbeiteten Merkblatt beigefügt. Außerdem werden im Anhang 2 ausführliche Betriebsanweisungen vorgestellt, die in dieser oder ähnlicher Form ebenfalls zur Information im jeweiligen Betrieb an passender Stelle angebracht werden können. Auch werden in einer gesonderten Liste Hersteller und Vertreiber von Hautschutzmitteln sowie Schutzhandschuhen aufgeführt.

Das Merkblatt M 57 „Blumen und Pflanzen“ kann für Mitglieder kostenlos von der BGHW bezogen werden. Außerdem gibt es noch einen fast hundert Seiten umfassenden Medienkatalog, der das gesamte Angebotsprogramm an Merkblättern, Broschüren und Informationen der Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution beinhaltet. (gug)

 

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