Berufsinformationstag für Flüchtlinge

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Ziel des Berufsinformationstags war es, die Breite des GaLaBau-Berufs darzustellen, wie hier am Beispiel der Natursteinbearbeitung. Foto: VGL BW

Fachkräfte sind Mangelware, was liegt da näher, als Flüchtlinge auf die grüne Branche aufmerksam zu machen und sie für eine Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau zu interessieren?

VGL Baden-Württemberg veranstaltet Berufsinformationstag für Flüchtlinge

Mit diesem Ziel veranstaltete der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg (VGL BW) unter der Leitung der Regionalvorsitzenden Albrecht Bühler und Tobias Zipperlen unlängst einen Berufsinformationstag. Die nötige Infrastruktur stellte das Berufsbildungszentrum Deula Kirchheim unter Teck zur Verfügung.

40 Flüchtlinge nahmen an dieser Veranstaltung teil, die Andreas Haupert, Willkommenslotse des VGL BW, gemeinsam mit den Arbeitsagenturen und Jobcentern des Arbeitsagenturbezirkes Göppingen organisiert hatte. Bei diesem Pilotprojekt ging es darum, die Vielseitigkeit des Landschaftsgärtnerberufes darzustellen, und zwar nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch.

Flüchtlinge schildern ihre Erfahrungen im GaLaBau

Nach einer kurzen Begrüßung erfolgte der Einstieg über zwei Interviews. Gevara Abdallah war 2015 aus Syrien nach Deutschland gekommen und hat am 1. September 2016 seine Ausbildung zum Landschaftsgärtner begonnen. Er berichtete über seine Erfahrungen auf Deutsch, Englisch und Arabisch.

In einem zweiten Gespräch schilderte Dhia Tlili seine berufliche Laufbahn. Der gebürtige Tunesier flüchtete 2002 nach Deutschland. Er hat sich nach einer Ausbildung im GaLaBau inzwischen zum European Tree Technician (ETT) weitergebildet. Ein Imagefilm über den GaLaBau-Beruf rundete den ersten theoretischen Part der Veranstaltung ab.

GaLaBau zum Anfassen beim Berufsinformationstag

Für den praktischen Teil am Nachmittag waren vier Arbeitsstationen aufgebaut, an denen die Teilnehmer selbst Hand anlegen und erfahren konnten, was dieser Beruf mit sich bringt. An einer Station ging es um den Umgang mit Pflanzen, an der zweiten um die Steinbearbeitung.

An der dritten Station stand am Beispiel eines Rasentraktors der Umgang mit Kleingeräten im Mittelpunkt. Die vierte Station war mit Bagger und Radlader den Großgeräten vorbehalten. Die Teilnehmer wurden in vier Gruppen aufgeteilt, sodass jeder Teilnehmer jede Station durchlaufen konnte.

„Der organisatorische Bereich hat gut funktioniert, es war alles in allem ein runder Tag. Der Großteil der Teilnehmer war absolut interessiert und sehr motiviert“, zeigte sich Andreas Haupert nach dem Berufsinformationstag gegenüber der TASPO sehr zufrieden. Anhand der Bewertungen geht Haupert davon aus, dass etwa 20 der teilnehmenden Personen für den GaLaBau geeignet sind.

Im neuen Jahr Praktika im GaLaBau für Flüchtlinge vermitteln

„Wir beginnen im neuen Jahr nach der Weihnachtspause damit, Praktikumsplätze zu vermitteln. Optimal wäre es, wenn alle in ihrer Wohnortnähe ein Praktikum absolvieren könnten. Dann sehen wir weiter“, so Haupert. Bürokratische Hürden fürchtet der Willkommenslotse nicht, denn im Vorfeld wurde der Status eines jeden Flüchtlings überprüft.

Die Bereitschaft in der Branche, Flüchtlinge zu beschäftigen, ist groß. „Wenn einige der Teilnehmer Arbeitnehmer im GaLaBau würden, dann hätte sich der Tag gelohnt“, lautet Hauperts Fazit.

 

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