Bundeskongress: Stadt der Zukunft grün statt grau

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Bundesumweltministerin Hendricks und Bundesagrarminister Schmidt präsentieren das gemeinsam erarbeitete Grünbuch. Foto: BMEL/Heine

„Grün in der Stadt – Für eine lebenswerte Zukunft“: Unter diesem Motto ging in Berlin der Bundeskongress zur Bedeutung von Grün in der integrierten Stadtentwicklung zu Ende. Außerdem wurde das aus Sicht der Bundesregierung erarbeitete „Grünbuch Stadtgrün“ vorgestellt. Darin ist erstmalig und ressortübergreifend der aktuelle Wissensstand zum Thema Urbanes Grün zusammengefasst.

Stadt der Zukunft muss grün sein

„Stadtgrün statt grau muss zur Devise der Stadt der Zukunft werden“, so Bundesagrarminister Christian Schmidt in seiner Eröffnungsrede zum Kongress, auf dem Akteure aus Politik, Wissenschaft, Gartenämtern, Landschaftsarchitekten und Verbände zwei Tage lang mit Vertretern aus Bund, Land und Kommunen die Bedeutung des Grüns in der integrierten Stadtentwicklung diskutierten.

Zusammen mit Bundesumweltministerin Barbara Hendricks stellte Schmidt in Berlin das gemeinsam erarbeitete „Grünbuch Stadtgrün“ vor. Dieses will einen breit geführten Dialog zum künftigen Stellenwert von Grün- und Freiflächen in den deutschen Städten anregen. Zusammen mit den auf dem Bundeskongress gewonnenen Erkenntnissen soll in der Folge ein Weißbuch mit konkreten Handlungsempfehlungen und Umsetzungsmöglichkeiten entstehen.

ZVG fordert Politik zum Handeln auf

Die Einhaltung dieser Absicht mahnte im Rahmen des Kongresses Andreas Lohff, Vizepräsident des Zentralverbands Gartenbau (ZVG), an. Den Bekenntnissen müssten nun auch Taten folgen. „Aus dem Grünbuch muss ein Weißbuch werden“, forderte Lohff.

Lohff bemängelte darüber hinaus den oftmals miserablen Pflegezustand vieler Grünflächen in den Städten. „Das ist das Gegenteil von Wertschätzung grüner Städte“, so Lohff, der die Kongress-Teilnehmer aufrief, vorausschauend neue Modelle für eine finanzierbare Grünplanung zu entwickeln. Beispielsweise könnten Ausgleichflächen und -maßnahmen auch direkt in der Stadt für mehr Grün genutzt werden.

Grundstein für neue Grün-Strategie gelegt

Das Grünbuch bildet aktuelle Trends rund um das urbane Grün ab und beleuchtet darüber hinaus auch das schwierige Feld von Zuständigkeiten und Akteuren. Hier soll das Grünbuch einen Prozess anstoßen, der die Zusammenarbeit der einzelnen Akteure noch weiter voranbringt. „Mit dieser Bestandsaufnahme ist nun die Grundlage gelegt, um eine neue, integrierte Strategie für das urbane Grün zu entwickeln und umzusetzen“, glaubt Schmidt.

Hintergrund ist, dass weltweit schon heute mehr Menschen in Städten als auf dem Land leben. Prognosen der Vereinten Nationen zufolge werden Stadtbewohner bis 2050 einen Anteil von 75 Prozent haben. Als Folgen der fortschreitenden Urbanisierung werden vor allem die Bewohner von Städten unter anderem von steigenden Temperaturen durch dichte Bebauung und zunehmenden Verkehr betroffen sein. Verschärft wird dies noch durch den Klimawandel.

Urbanes Grün wichtig für Klimaschutz & Gesundheit

„Urbane Grünflächen […] dienen als Frischluftschneisen, zur Luftreinhaltung und Temperaturregulierung. Sie sind wichtig für Klimaschutz und Gesundheit. Als Lebensräume für Flora und Fauna unterstützen sie die biologische Artenvielfalt. Eine nachhaltige und integrierte Stadtentwicklungspolitik muss diese wichtigen Aufgaben unterstützen“, hob Bundesumweltministerin Hendricks in diesem Zusammenhang noch einmal hervor.

 

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