Gartenbau-Versicherung: höchste Quote durch Feuer

0

Schadenquoten 2012 der Gartenbau-Versicherung (Gesamtgeschäft, direkt und brutto) nach Zweigen. Grafik: Gartenbau-Versicherung

Anlässlich der Mitgliedervertreter-Versammlung der Gartenbau-Versicherung (GV, Wiesbaden) am 2. Juli 2013 berichtete der Vorsitzende des Vorstands, Manfred Klunke, über den Verlauf des Geschäftsjahres 2012. Die GV verzeichnete nach Klunkes Angaben im 166. Geschäftsjahr eine zufriedenstellende Entwicklung ihrer Beitragseinnahmen.

Die Schadensituation zeichnete sich 2012 durch einen vergleichsweise guten Verlauf in Deutschland und einen zum Teil deutlich schlechteren Verlauf im Ausland aus. In der Summe ergab sich wieder eine ausgeglichene Bilanz. Mit Ausnahme von zwei großen Schadenfällen im Versicherungszweig Hagel führten die Unwetter im vergangenen Jahr zu zahlreichen, überwiegend kleineren bis mittleren Einzelschäden. Durch zwei Großbrände schloss der Versicherungszweig Feuer als Überschadenjahr ab.

Obwohl die Brutto-Schadenquote im Gesamtgeschäft bei erträglichen 65,3 Prozent lag, ergab sich durch eine Kumulation verschiedener anderer Faktoren ein auszuweisender Bilanzverlust von einer Million Euro, sagte Klunke. Das Eigenkapital reduzierte sich hierdurch um diesen Betrag. Gleichzeitig stieg die Schwankungsrückstellung um 1,9 Millionen Euro, was in der Summe zu einer Verbesserung der Sicherheitsmittel der Gesellschaft führte.

Die GV erzielte 2012 mit sechs Prozent erneut ein Beitragswachstum. Die Gesamt-Beitragseinnahmen beliefen sich auf 72,3 Millionen Euro. Auf das Direktgeschäft entfielen 53,9 Millionen Euro. Dieses Wachstum war von folgenden Faktoren geprägt:

  • Beitragsanstieg in Deutschland von 35,9 auf 36,7 Millionen Euro (plus 2,2 Prozent)
  • Im Europageschäft Anstieg der Beiträge um 0,7 auf 17,3 Millionen Euro (plus 4,3 Prozent)
  • Beitragsanstieg im übernommenen Geschäft von 15,7 auf 18,3 Millionen Euro (plus 16,5 Prozent)

Mit einer Brutto-Schadenquote (vor Rückversicherung) von 65,3 Prozent im Gesamtgeschäft und 60,3 Prozent im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gehörte 2012 zu den Jahren mit zufriedenstellender Schadenquote, erklärte Klunke. Dennoch seien auch 2012 regional beachtliche Schäden durch Unwetter und größere Einzelschäden nicht ausgeblieben. Hierbei war insbesondere das Ausland betroffen. Dort belief sich die Schadenquote auf 95,2 Prozent.

Dank eines relativ guten Schadenverlaufes in Deutschland (Brutto-Schadenquote: 44 Prozent) wirkte das Kerngeschäft im abgelaufenen Geschäftsjahr ausgleichend, während in der Vergangenheit überwiegend von Seiten des Auslandsgeschäftes ausgleichende Effekte ausgegangen waren. Der absolute Schadenaufwand im Direktgeschäft der GV betrug brutto 32,4 Millionen Euro (Vorjahr: 35,5 Millionen Euro). Nach Rückversicherung lag die Netto-Schadenquote bei 65,3 Prozent, sie bewegt sich damit im Bereich eines mittleren Schadenjahres.

Die Rückstellung für Beitragsrückerstattung beträgt 2,2 Millionen Euro per 31. Dezember 2012. Davon hat der Aufsichtsrat der GV bereits 1,7 Millionen Euro zur Ausschüttung aus dem Geschäftsjahr 2012 beschlossen und zwar in den Zweigen Sturm zwei Prozent, Feuer 14 Prozent, Technische Versicherungen fünf Prozent, Glasbruch 40 Prozent, Einbruchdiebstahl zehn Prozent, Leitungswasser 30 Prozent und Verbundene Gebäudeversicherung vier Prozent. Eine Zuführung zur Rückstellung war nicht möglich. Die Ausschüttung von Beitragsrückerstattungen werde sich künftig weiter reduzieren, heißt es im Geschäftsbericht 2012.

Die Sicherheitsmittel haben sich von 52,9 auf 54,8 Millionen Euro erhöht (plus 3,6 Prozent). Das Eigenkapital in Höhe von 20 Millionen Euro (Vorjahr: 21 Millionen Euro) ist Bestandteil der Sicherheitsmittel. Die Bilanzsumme lag bei 67 Millionen Euro gegenüber 67,2 Millionen Euro im Vorjahr.

Die GV ist auch in europäischen Ländern außerhalb Deutschlands tätig. Nachdem die positive Entwicklung der Beiträge im Europageschäft im Vorjahr vor allem auf Großbritannien, Italien und die Niederlande zurückzuführen war, ist das Wachstum 2012 insbesondere der Entwicklung in Frankreich und Italien zuzuschreiben. In Großbritannien gingen die Beitragseinnahmen um 3,7 Prozent zurück.

Das Beitragsvolumen im Europa-Geschäft stieg 2012 um 4,3 Prozent auf 17,3 Millionen Euro. Der Anteil des Auslandes an den Beitragseinnahmen im Direktgeschäft entsprach damit 32 Prozent (Vorjahr: 31,6 Prozent). In Frankreich hat die GV ihre Aktivitäten ausgebaut. So wurde der Außendienst um drei auf vier Personen verstärkt. 2012 konnte die GV dort dank neuer Mitglieder die Beitragseinnahmen um 21 Prozent auf rund 1,7 Millionen Euro steigern. (gv)

 

Leserkommentare


Leider gibt es zu diesem Artikel noch keine Kommentare, schreiben Sie doch den ersten Kommentar!

Diesen Beitrag kommentieren

Benutzeranmeldung

TASPO Login

TASPO NEWSLETTER

Newsletter abonnieren

Meistgelesene Artikel

3

Ein Großprojekt plant die niederländische Investorengruppe „Charlottes Garden“ in Sangerhausen: Sie will im „Industriepark Mitteldeutschland“ am Rande der Kreisstadt auf rund 60 Hektar Gewächshäuser bauen und dort...

Mehr

Aldi läutet pünktlich zum Frühlingsbeginn die Obstsaison ein. Vergangene Woche bot Aldi Süd verschiedene Obstbäume von Apfel über Süß- und Sauerkirsche bis hin zu Pfirsich für 4,99 Euro das Stück an, ab heute zieht Aldi...

Mehr

Im Kampf gegen Feinstaub und Schadstoffe geht Stuttgart jetzt völlig neue Wege. Eine Mooswand, die erste ihrer Art in Baden-Württemberg, soll ab sofort in einem Versuchsprojekt die Luftqualität der schwäbischen Metropole...

Mehr