Hessischer Gemüsebautag: Pflanzenschutz bleibt für Gemüse Herausforderung

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Christian Ufen (l.) und Heinrich Stahl (Vorsitzender Hessische Fachgruppe Gemüse). Foto: HGV

„Der Gemüsebau ist stark und schafft Wohlstand. Er bietet gesundheitsfördernde Produkte, pflegt die Kulturlandschaft und den ländlichen Raum“. Mit diesen Worten begrüßte Christian Ufen, der Vorsitzende der Fachgruppe Gemüsebau im Bundesausschuss Obst und Gemüse (BOG), die Teilnehmer des Hessischen Gemüsebautags am 30. Januar in der Stadthalle von Gernsheim.

Was den Pflanzenschutz beträfe, so sei es weiterhin aufgrund der Vielzahl der Kulturen und Schaderreger eine Herausforderung, ausreichend Bekämpfungsstrategien und Mittel zur Verfügung zu haben. Von den insgesamt 4.842 Anwendungsgebieten in Deutschland ist der Gemüsebau inklusive Heil- und Gewürzpflanzen mit mehr als 2.700 besonders stark betroffen, berichtet der Zentralverband Gartenbau (ZVG) zur Tagung in seinem Pressedienst.

Mindestens drei Wirkstoffe müssten je Kultur zur Verfügung stehen, um ein gutes Resistenzmanagement, die „gute landwirtschaftliche Praxis“ und die hohe Qualität der Erzeugnisse sicher zu stellen. Noch viele „Indikationslücken“ müssten schneller und besser geschlossen werden.

Die Notfallgenehmigung von Afalon sei 2012 gerade noch rechtzeitig erreicht worden, heißt es weiter, doch die für Movento sei fast zu spät. Es drohe den Unternehmen ein großer Schaden. Deshalb solle eine von der Bundesfachgruppe geladene Expertenkommission eine Strategie für Afalon erarbeiten. Neue Anträge auf Notfallgenehmigungen für Afalon in Feldsalat und anderen Kulturen sowie Movento in Kohl und Salate seien beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) für die kommende Saison gestellt worden. Die Bundesfachgruppe Gemüsebau hofft auf positive Bescheide, da sonst der heimische Anbau in 2013 gefährdet sei.

Weiterhin wurde berichtet, dass eine Länderexpertengruppe daran arbeite, was in den Entwurf für eine neue Düngerverordnung einfließen soll. Der Gemüsebau stellt beim Thema „Dünger im Boden“ eine Besonderheit dar, heißt es dazu, weil die Produkte in vollem Wachstum frisch geerntet würden. Deshalb könne der Dünger bis zum Ende der Kultur nicht voll entzogen werden.

Weiterhin diskutierten die Gemüsegärtner laut ZVG das Thema Lohnuntergrenze/Mindestlohn: Hier herrsche ein großer öffentlicher Druck. Zudem sprächen sich alle Parteien dafür aus. Ufen appellierte hingegen: „Wenn die Zügel zu eng angezogen werden, kommen Ross und Reiter aus dem Tritt. Deshalb muss den Tarifparteien weiterhin die Flexibilität gegeben werden, branchenabhängige Modifizierungen vorzunehmen. Denn zum Beispiel im Gemüsebau kommen viele konkurrierende Produkte nicht aus EU-Ländern mit Mindestlöhnen, sondern aus Drittländern mit Niedriglöhnen.“ (zvg)

 

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