Facheinzelhandel: Auf Beet- und Balkonsaison vorbereiten

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Überlegungen zur Beet- und Balkonsaison sollte der Blumenfacheinzelhandel bereits Anfang des Jahres anstellen.

Wie bereitet man sich erfolgreich auf die Beet- und Balkonsaison vor? Wer sich im Blumenfacheinzelhandel diese Frage erst jetzt stellt, der ist spät dran. Die grundsätzlichen Produktentscheidungen, selbst die Bestellungen bei stark nachgefragten Produkten, müssen weit früher getroffen werden. Martin Hein hat nachgehakt – in einem Filialbetrieb, einem Gartencenter und einem Blumenfachgeschäft.

Erste Überlegungen zur Beet- und Balkonsaison Anfang des Jahres

Bianca Rudloff führt im – am Rande des Ruhrgebiets eher ländlich gelegenen – Ennepetal ein Blumenfachgeschäft mit Friedhofsbetreuung. Beet- und Balkonware kauft sie auf den Blumengroßmärkten Köln und Dortmund – aber ebenfalls in Holland. Wobei sie bemerkt: „Die holländischen Pflanzen können oft qualitativ mit der deutschen Ware nicht mithalten.“

Ihre ersten Überlegungen zur Beet- und Balkonsaison trifft sie Anfang des Jahres, „wenn ich mich etwa auf der IPM mit Pflanzgefäßen beschäftige“. Die Pflanzen selbst kauft sie zu Beginn der Saison, sie bevorzugt „den Sichtkauf“. Wobei sie zustimmt, dass im Blumeneinzelhandel generell immer kurzfristiger eingekauft wird.

B&B-Segment fachgeschäftsmäßig präsentieren

Das Platzproblem vieler anderer Blumengeschäfte hat sie nicht. Das Geschäft liegt in einer Fußgängerzone. Vor dem Laden ist viel Platz für die Ware, im Hof hinter dem Geschäft kann gelagert werden. „Das Segment muss gut, fachgeschäftsmäßig präsentiert werden“,
erläutert sie. Nur dann würden höhere Preise als in den Baumärkten akzeptiert. Nachts kann die Ware auf einem Hof geschützt hinter dem Geschäft gelagert  werden. Ein Vorteil, denn viele Pflanzen „sind empfindlich, sie leiden darunter, wenn sie jeden Abend ins Geschäft gebracht werden“.

Standardware wird eher im Systemhandel gekauft

Da auch die Friedhofsbepflanzungen bedient werden, kann Bianca Rudloff größere Mengen einkaufen und vor dem Geschäft präsentieren. Das ist wichtig, denn „gerade im Beet- und Balkonsegment erwarten die Kunden eine große Auswahl in Tiefe wie in Breite“.

Ihre Kunden suchen „immer auch nach Neuigkeiten“, denn Standardware würde eher im Systemhandel gekauft. Für ein zunehmend wichtiges Verkaufsargument hält sie das Thema Regionalität; auf den Blumengroßmärkten Köln und Dortmund wird die Ware oftmals schon
entsprechend ausgezeichnet. Der wichtigste Verkaufs-monat ist für sie der Mai, doch das „Beet- und Balkongeschäft ist sehr wetterabhängig“. Das wird einer der Gründe sein, warum die Floristen so kurzfristig ordern.

Gartencenter setzt auf regionale Erzeugung und kurze Transportwege

Kai Jentsch führt ein Gartencenter in Bargteheide, er ist auch Landesvorsitzender des FDF Schleswig-Holstein. Für ihn sind „regionale Erzeugung und kurze Transportwege“ wichtige Elemente für ein erfolgreiches Beet- und Balkongeschäft. Daher ist er auch „fast Selbstversorger“, nur bestimmte Produkte kauft er hinzu. Als Informationsquellen gibt er Messen, Fachmedien oder auch Jungpflanzentage an, generell gelte es aber „das ganze Jahr über den Wandel der Trends und Kaufgewohnheiten“ im Auge zu behalten.

Die Produkte, die er hinzukauft (etwa Stämmchen aus Italien), ordert er lange vor Beginn der Saison im Vorjahr. „Das Gros des Produktprogramms ist sicher Standard, aber es sollte auch immer Neuigkeiten geben, das Gesicht in der Präsentation muss sich ändern“, ist Kai Jentsch überzeugt. Was oftmals nicht ganz leicht ist, vielen Blumenfachgeschäften fehlt ganz einfach der Platz. (Martin Hein)

Welche Erfahrungen Kai Jentsch mit Produkten, die eine Geschichte erzählen, gemacht hat und wie Jürgen Meyer für seine Geschäfte erfolgreich Saisonbausteine zusammenstellt, lesen Sie in der kommenden Ausgabe der g&v.

 
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