Europa und Pflanzenschutz im Blick

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Mit der symbolischen Durchtrennung des Bandes, wurde die IPM Essen 2017 offiziell eröffnet. Foto: Christian Mannsbart

Bei der Eröffnung der Weltleitmesse IPM Essen 2017 wurden zahlreiche wichtige Themen für den heimischen Gartenbau angesprochen, so etwa die Notwendigkeit, den europäischen Markt im Auge zu behalten und die Debatte um die Harmonisierung des Pflanzenschutzes gewinnbringend weiterzuführen. 

Deutscher Gartenbau wächst erstmals gemeinsam mit deutscher Wirtschaft

ZVG-Präsident Jürgen Mertz hofft für das aktuelle Jahr, dass es für den Gartenbau so weiter geht wie noch 2016: „Zum ersten Mal wuchs unser Markt mit über zwei Prozent Plus mit dem allgemeinen Wirtschaftswachstum mit. Normalerweise können wir nie so stark von der günstigen Konjunkturlage profitieren."

Allerdings dürften Verband und Branche nicht vergessen, den Blick auf die gesamteuropäische wirtschaftliche Lage zu richten, die sich momentan weniger stark zeige. „Denn aus den Ländern, in denen die Wirtschaft vor sich hin dümpelt, drückt Ware auf den deutschen Markt“. Auch das Russlandembargo oder der anstehende Brexit beflügeln laut Mertz diese Entwicklung. Der gesamte Umsatz mit Produkten aus dem deutschen Gartenbau betrug 2016 8,7 Milliarden Euro.

Johannes Remmel: Zu viele oder zu wenige zugelassene Pflanzenschutzmittel?

Johannes Remmel, Landwirtschaftsminister NRW, wies daraufhin, dass bei der Harmonisierung des Pflanzenschutzes noch großes Verbesserungspotenzial besteht. „Die einen sagen, dass in der deutschen Landwirtschaft mit 117.000 Tonnen zuviel Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden. Auf der anderen Seite müssen wir auch zusehen, dass Mittel, die in anderen EU-Staaten erlaubt sind, die deutsche Zulassung schneller durchlaufen“, so der Landwirtschaftsminister.

Botschafterin: Niederlande stehen nicht nur im Winterstau an der Spitze

In diesem Jahr sind die Niederlande Partnerland der IPM Essen 2017. Monique van Daalen war als Botschafterin ihres Landes bei der Eröffnung dabei. Sie lobte die niederländischen Unternehmereigenschaften und die Zusammenarbeit mit dem Nachbarland auf humorvolle Art und Weise.

„Wir stehen nicht nur im winterlichen Stau an der Spitze, weil wir vergessen haben Winterreifen aufzuziehen, sondern auch bei der Qualität von Blumen und Pflanzen. Und auch wenn wir im Fußball Lieblingsgegner der Deutschen sind, sind wir in der Geschäftswelt die besten Partner und arbeiten sehr eng zusammen, schließlich hört die Welt nicht an den Grenzen der EU auf“, sagte sie unter großem Applaus.

„Geographisch gesehen mögen wir klein sein, in der Agrarwelt aber zählen wir in der nachhaltigen Produktion zu den ganz großen. Wir exportieren Agrarprodukte im Wert 85 Milliarden Euro exportiert. Der Zierpflanzenbau hat hier mit einem Exportwert von 8,5 Milliarden Euro einen bedeutenden Anteil. Deutschland ist auch hier mit Abstand unser wichtigster Handelspartner“, so van Daalen weiter.

 

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