„Ich bin von hier!“: VDB stellt neue Regional-Marke vor

0

Über die neue Regional-Marke (Logo mit topografischem Handlungsfeld für die neue Regio-Marke) „Ich bin von hier“ freut sich nicht nur Floristin Sabine Scheidtweiler (Köln). Foto und Grafik: VDB

Die Vereinigung Deutscher Blumengroßmärkte (VDB) wird auf der IPM (Halle 1 A, Stand A 10) die neue Regional-Marke „Ich bin von hier!“ erstmalig der Öffentlichkeit vorstellen. Zukünftig können Erzeuger, die über die Blumengroßmärkte in Hamburg, Dortmund, Köln, Düsseldorf, Frankfurt, Mannheim, Karlsruhe, Stuttgart und Reutlingen verkaufen, ihre regional erzeugten Blumen und Pflanzen mit dem Logo „Ich bin vorn hier!“ kennzeichnen. 

„Regionalität ist für unsere Blumengroßmärkte eigentlich nichts Neues. Doch wir wollen die marktnahe Erzeugung zukünftig stärker kommunizieren und der heimischen Produktion ein erkennbares Gesicht geben“, erläutert Raimund Korbmacher, Vorsitzender der VDB und Geschäftsführer des Blumengroßmarktes in Köln, die Hintergründe gegenüber der TASPO.

Die teilnehmenden deutschen Erzeuger, die die Marke „Ich bin von hier!“ führen und entsprechend auszeichnen wollen, verpflichten sich, dass die Blumen und Pflanzen ausschließlich regional produziert wurden. Die Regionalität wurde auf einen Radius von 100 Kilometern (in Ausnahmefällen 150 Kilometer) rund um den jeweiligen Blumengroßmarkt begrenzt.

Die Marke kann auch für überregional gehandelte Jungpflanzen oder Halbfertigware genutzt werden, wenn die Handelsware in der entsprechenden Zielregion bis zur Fertigstellung über zwei Drittel ihrer Gesamtkulturzeit verbracht hat. Mit Ausnahme Bayerns und Teilen Niedersachsens werden so über die neun VDB-Blumengroßmärkte die westlichen Bundesländer komplett abgedeckt. „Ich bin von hier!“ ist somit die erste Regional-Marke des deutschen Gartenbaus und des Blumeneinzelhandels mit überregionaler Strahlkraft.

„Ich bin von hier!“-Produkte werden ausschließlich über die neun traditionellen Blumengroßmärkte gehandelt. „Die Marke ist unseren Kunden, dem inhabergeführtem Blumeneinzelhande, vorbehalten“, erläutert Andreas Fagin vom Blumengroßmarkt Hamburg die konzeptionelle Grundlage. Durch diese Ausschließlichkeit können sich die Markenteilnehmer des Einzelhandels profilieren und gegenüber branchenfremden Mitbewerbern aus dem Systemhandel positiv abgrenzen. Regionale Erzeuger, regional orientierte Blumengroßmärkte, lokal agierender Blumeneinzelhandel und lokal einkaufende Kunden – die bewährte und weit akzeptierte Formel „Aus der Region, für die Region“ wird somit sichtbar und greifbar gemacht.

Die Produkte werden von den Erzeugern schon auf den Blumengroßmärkten gekennzeichnet – etwa mit Banderolen für Wasserstiegen oder gekennzeichnete Kulturtöpfe. Dem inhabergeführten Blumeneinzelhandel werden ebenfalls unterschiedliche Möglichkeiten geboten, die Ware und die Geschäfte mit der Markenbotschaft auszuzeichnen. Dazu gehören Aufkleber für den Eingangs- und Thekenbereich, Thekenaufsteller, Etiketten in verschiedenen Arten und Größen oder Tragetaschen. Weitere Kommunikationsmittel sind in Planung. Eine Infobroschüre fasst zudem die wichtigsten Aspekte als Argumentationshilfe für die Verkäufer zusammen.

„Ich bin von hier!“ greift einen gesellschaftlichen Mega-Trend auf, der sich längst über den Lebensmittelhandel hinausgehend fest etabliert hat. „Regio ist das neue Bio“ – so titelten meinungsmachende Medien schon im vergangenen Jahr. Eine Verbrauchermesse wie der „Foodmarket“ auf dem Großmarkt Hamburg, auf der nahezu ausschließlich regional erzeugte Produkte angeboten werden, erhält Jahr für Jahr einen größeren Zuspruch. Auch beim lokalen Blumeneinzelhandel fragen Kunden immer öfter nach regionaler Ware. Deutlich verstärkt immer dann, wenn in den Medien der Blumenimport aus Übersee und die damit in den Erzeugerländern verbundenen Arbeitsbedingungen in Frage gestellt werden.

Frische der Ware, kurze Transportwege, positive Ökobilanz insbesondere bei Freilandware, Erzeugung nach deutschem Pflanzenschutzrecht und hiesigen Sozialstandards, Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe – das sind Aspekte, mit denen sich Verbraucher in Deutschland zunehmend beschäftigen. Valentin von Vacano, Geschäftsführer des Blumengroßmarktes in Stuttgart, spricht denn auch von „Glaubwürdigkeit, Ernsthaftigkeit und Langfristigkeit“ als wesentlichen Aspekten bei der Etablierung der Regional-Marke „Ich bin von hier!“.

Wobei der eigentliche Wert dieser regionalen wie überregionalen Marken-Initiative den vielen tausend inhabergeführten Blumengeschäften in Deutschland, den Wochenmarkthändlern, den Gartencentern und den Endverkaufsgärtnereien zugute kommt. Mit „Ich bin von hier!“ können sie sich zukünftig eindeutig gegenüber dem Systemhandel sowie dem Label- und Zertifizierungswirrwarr abgrenzen und positiv profilieren. Wenn die Marke angenommen wird, kann dies eine große Chance sein, die möglicherweise sogar langfristig zur Preisstabilität beiträgt. Der Frankfurter BGM-Geschäftsführer Reiner Wilk spricht daher von „einem weiteren Schulterschluss zwischen den traditionellen Blumengroßmärkten und dem inhabergeführten Blumeneinzelhandel“. (Martin Hein)

 

Leserkommentare


Leider gibt es zu diesem Artikel noch keine Kommentare, schreiben Sie doch den ersten Kommentar!

Diesen Beitrag kommentieren

Benutzeranmeldung

TASPO Login

TASPO NEWSLETTER

Newsletter abonnieren

Meistgelesene Artikel

3

„Chemischer Pflanzenschutz – es geht auch ohne“, titelt das aktuelle TASPO dossier: Ist das wirklich so oder reines Wunschdenken des Verbrauchers? In unserem dossier kommen alle Marktplayer zu Wort. Da geht es natürlich...

Mehr

Der europäische Markt für Blumen und Zimmerpflanzen ist im Aufwind. Insgesamt 35,9 Milliarden Euro gaben die Verbraucher im vergangenen Jahr dafür aus – ein Plus von einem Prozent gegenüber 2015, wie eine Erhebung der...

Mehr

Insgesamt beteiligten sich 400 Beschäftigte an der TASPO Online-Umfrage „Gehälter und Zufriedenheit in der Grünen Branche“. Spielt die Bezahlung für sie wirklich die erste Geige? Und hat das Lohnniveau schon den ein oder...

Mehr