Mehrgefahrenversicherungen mit ermäßigtem Steuersatz von 0,3 Promille belegt

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Bei den schweren Überschwemmungen 2010 in Sachsen hätte eine Mehrgefahrenversicherung helfen können. Foto: privat

Versicherungen gegen Schäden durch Hagelschlag und künftig auch Sturm, Starkfrost, Starkregen oder Überschwemmungen im Gartenbau und in der Landwirtschaft werden ab dem 1. Januar 2013 einheitlich mit dem ermäßigten Steuersatz von 0,3 Promille der Versicherungssumme belegt. Nach dem Bundestag hat am 23. November 2012 auch der Bundesrat dem neuen Verkehrssteueränderungsgesetz zugestimmt. Ein Erfolg für den Berufsstand, denn es stand im Raum, diese Versicherungen mit 19 Prozent zu versteuern.

Nach dem Gesetz steigt allerdings der bisherige ermäßigte Steuersatz der Hagelversicherung von 0,2 Promille der Versicherungssumme auf 0,3 Promille.
Vertreter aus Gartenbau und Landwirtschaft begrüßen die Erweiterung des niedrigen Steuersatzes auf weitere Gefahren. Die TASPO fragte nun bei der Gartenbau-Versicherung (GV) nach, wie sich die Gesetzesänderung im Versicherungsangebot für die Gärtner niederschlägt.

Für die Versicherung von Freilandkulturen habe diese Neuregelung für die Mitglieder trotz des auf 0,3 Promille angehobenen Steuersatzes sogar wirtschaftliche Vorteile, so die GV. Denn einige der bisher mit dem Regelsteuersatz von 19 Prozent des Beitrages versteuerten Gefahren dürfen nun mit dem zwar angehobenen, aber weiterhin ermäßigten Steuersatz belegt werden. Hierdurch werde die Erhöhung des Steuersatzes mehr als kompensiert. Allerdings müsse die GV dafür ihr Versicherungsprodukt Hortisecur F an die neue Gefahrenbündelung des Gesetzes anpassen. Dies sei hinsichtlich der Umsetzung bis zum 1. Januar 2013 mehr als „sportlich“. Dafür reduziere es die Steuerlast für die Mitglieder um rund 34 Prozent, so die GV.

Für die Versicherung der Unterglasbetriebe in dem Produkt „Gartenbau-Betriebsversicherung“ bringe die Neuregelung leider keine Vorteile, da hier der im Vergleich zu 0,2 Promille um 50 Prozent erhöhte Steuersatz voll durchschlage und produktseitig keine Kompensationsmöglichkeiten bestünden. Fairerweise müsse man aber anerkennen, dass die „normale“ Regelbesteuerung von 19 Prozent vom Beitrag, verglichen mit der Erhöhung des „ermäßigten Steuersatzes“, eine erheblich höhere Steuerlast zur Folge gehabt hätte. Außerdem sei der ermäßigte Steuersatz von bisher 0,2 Promille seit über 90 Jahren unverändert geblieben und bei der regelmäßigen Erhöhung der Regelsteuersätze auf zuletzt 19 Prozent immer ausgespart worden. In dem Premium-Produkt der Gartenbau-Versicherung Hortisecur G für die Versicherung von Gewächshausanlagen habe diese Steuererhöhung keine nachteiligen Auswirkungen.

Die GV bedankt sich in ihrer Stellungnahme für das Engagement der gartenbaulichen Berufsverbände und an erster Stelle beim Zentralverband Gartenbau in Sachen „Steuerliche Behandlung von Mehrgefahrenversicherungen“. Für die GV und insbesondere auch für den im Obst- und Gemüsebau tätigen Kooperationspartner Vereinigte Hagel sei die Gesetzesänderung ein klares Signal für eine weitere Produktentwicklung hin zur Mehrgefahrenversicherung. Sie führe für alle im Gartenbau und in der Landwirtschaft tätigen Versicherer wieder zu der dringend benötigten Rechtssicherheit bei der Versicherung von Pflanzenbeständen zurück. Nach Abschluss der Umstellungsarbeiten werde die GV ihre Mitglieder Anfang des kommenden Jahres in einem Mitgliederbrief umfassend über die steuerlichen Neuregelungen und die Umsetzung im eigenen Hause informieren, teilte die GV abschließend mit. (gv/kh)

 

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