Neue biobasierte Mulchfolie zur Unkrautregulierung

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Die neuen Folien können den Einsatz von Herbiziden verringern. Foto: Vera Starke/FBAW

Über Neues aus dem Bereich Forschung berichtet die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR). So sei es Forschern gelungen, in einem vierjährigen Entwicklungszeitraum eine neue, biologisch abbaubare Mulchfolie zur Unkrautregulierung auf landwirtschaftlichen und gärtnerischen Flächen zu entwickeln. Die sprühfähige Folie basiere auf einem innovativen Materialmix aus nachwachsenden Rohstoffen und kann der Information zufolge den Einsatz von Herbiziden und chemischen Stoffen verringern.

Der Vorteil der neuen Folie begründe sich in ihrem besonders gleichmäßigen Abbauverhalten. So sei es bislang notwendig gewesen, herkömmliche Folien unterzupflügen, weil sie sich am Anfang des Abbauprozesses in viele kleine Teile zersetzen. Die neuen sprühfähigen Materialien würden sich hingegen so gleichmäßig auflösen, dass das Einarbeiten in den Boden gänzlich entfallen könne. Zudem soll das Aufsprühen der flüssigen, erst nachträglich aushärtenden Folien mit herkömmlicher landwirtschaftlicher Technik möglich sein.

Für die Entwicklung der neuen Folien hatten sich im Jahr 2008 vier Partner in einem Forschungsverbund zusammengeschlossen. Dazu gehören:

  • das Universitätszentrum für Umweltwissenschaften Halle,
  • die Hochschule Osnabrück
  • das Thüringische Institut für Textil- und Kunststoffforschung (TITK) und
  • das Deutsche Institut für Lebensmittelforschung in Quakenbrück.

Praxispartner ist die Firma Biofol Film GmbH, in der gegenwärtig eine Folie, die auf Xanthan und Chitosan basiert, für den landwirtschaftlichen Einsatzbereich entwickelt wird.

Mit dem Projekt stellten sich Forschungs- und Praxispartner anfänglich hohen Anforderungen. So sollten die zu entwickelnden Folien das Unkrautwachstum verhindern, die Bodenerosion vermindern, dabei mechanisch belastbar und vollständig biologisch abbaubar sein, vor dem Abbau jedoch eine nach Möglichkeit beeinflussbare Verweilzeit von zwölf bis 20 Wochen aufweisen, den Boden und seine Mikroorganismen nicht schädigen, das Pflanzenwachstum positiv beeinflussen und für Freiland und Gewächshaus gleichermaßen geeignet sein.

Dazu testeten die Forscher nach Information der FNR Rezepturen aus Glycerin, Wasserglas, Stärke, Cellulose, Proteinen und deren Abkömmlingen, teilweise in modifizierter Form. In den anschließend mit den Testmaterialien durchgeführten Versuchen an der Hochschule Osnabrück habe sich herausgestellt, dass eine eingefärbte Folie aus Xanthan und Chitosan am besten geeignet war, das Unkrautwachstum beim Anbau von Mais zu verhindern.

Vielversprechend seien auch die vom TITK geprüften Folien auf der Basis von Hydroxyethylcellulose (HEC): Sie wären kostengünstig und einfach herzustellen, 18 Monate und länger haltbar und hätten eine potenziell fungizide Wirkung. Der Wirkstoff eigne sich damit auch für den Schutz von Hölzern.

Generell habe sich gezeigt, dass die vernetzten Proteine und Polysaccharide im Vergleich zu synthetischen Polymeren eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit bei einer gleichzeitig hohen Sperrwirkung für O2 und CO2 aufwiesen. Diese Eigenschaften ließen sich ebenso wie mechanische und physikalische Parameter durch veränderte Rezepturen und chemische Modifikationen gut beeinflussen. (ts)

 

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