Neue Studie: viele Überflutungsschäden zu verhindern

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Im bayerischen Simbach am Inn war Anfang Juni der Stadtplatz überflutet. Foto: Sven Hoppe/dpa

Deutschlandweit nimmt die Anzahl an Starkregenereignissen und die Höhe der dadurch verursachten Schäden zu. Doch es wird zu wenig getan, um diese Schäden zu verhindern, so die Ergebnisse einer neuen Studie, die jetzt unter der Überschrift „Urbane Sturzfluten – Hintergründe, Risiken, Vorsorgemaßnahmen“ veröffentlicht wurde.

Erarbeitet wurde sie im Auftrag der „Initiative Verantwortung Wasser und Umwelt“, die aus der Arbeitsgruppe Tiefbau im Gesprächskreis Baustoffindustrie im BDB hervorgegangen ist.

Überflutungsschäden: nicht nur flussnahe Lagen gefährdet

Die Studie belege, dass Starkregenereignisse als Überflutungsursachen bisher zu wenig Beachtung finden, obwohl diese mittlerweile 50 Prozent der Überflutungsschäden ausmachten. Besonders gefährdet sind demnach Wohn- und Industriegebäude, Infrastruktureinrichtungen und Verkehrsanlagen – nicht nur in flussnahen Lagen.

„Daher fordern wir Kommunen, Grundstückseigentümer und die Wasserwirtschaft auf, aktiv zu werden: von der Datenerhebung und Gefährdungsanalyse bis zur Bauleitplanung und den entsprechenden Vorsorgemaßnahmen“, so der Sprecher der Initiative, Rainer Mohr, Geschäftsführer der Aco Tiefbau Vertrieb GmbH.

Die Studie klärt über die Ursachen, Gefahren und Risiken von Sturzfluten auf und möchte mit Maßnahmenvorschlägen zudem als Ratgeber für Politik und Bürger dienen. Neben technischen Maßnahmen beim Kanalnetz werden in der Studie auch Maßnahmen zur Reduzierung des Abflusses, etwa durch Gründächer und Versickerungsanlagen thematisiert.

GaLaBau: „multifunktionale Flächennutzung“ als Lösungsansatz?

Darüber hinaus verweist die Studie auf den für den GaLaBau nicht uninteressanten Lösungsansatz der „Multifunktionalen Flächennutzung“. Kernidee dieses Ansatzes ist es, Freiflächen einer ursprünglich anderen Nutzung – wie Straßen, Parkplätze, Sportanlagen oder Grünflächen – im Fall eines Starkregenereignisses temporär zur gezielten Retention oder zur kontrollierten Ableitung der bei Überflutungen auftretenden Oberflächenabflüsse in dafür vorbestimmte Bereiche mit geringerem Schadenspotenzial zu nutzen.

Mehr dazu lesen Sie im aktuellen TASPO GaLaBauReport.

 

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