Neues Regelwerk über Gebietseigenes Saatgut: noch Einsprüche möglich

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Am 25. November 2013 veranstaltet die FLL an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) Veitshöchheim eine Fachtagung zum Thema „Gebietseigenes Saatgut“. Die FLL gibt über die Fachtagung Gelegenheit, den Gelbdruck der neuen „Empfehlungen für Begrünungen mit gebietseigenem Saatgut“ kennen zu lernen und aus Sicht unterschiedlicher Fachdisziplinen zu diskutieren. Die Veröffentlichung des neuen Regelwerkes ist für 2014 geplant. Im Rahmen des noch bis 15. Oktober 2013 laufenden offiziellen Einspruchsverfahrens können Interessierte den Gelbdruck bei der FLL anfordern und noch Einsprüche geltend machen.

Wichtige Hinweise zum Einspruchsverfahren gibt es hier.

Bei Begrünungen in der freien Natur besteht gemäß Bundesnaturschutzgesetz ein Genehmigungsvorbehalt gegen die Verwendung von Pflanzen gebietsfremder Arten (BNatSchG § 40 Abs. 4). Eine Ausnahme bildet der Anbau von Pflanzen in der Forstund Landwirtschaft. Nach Ablauf einer Übergangsfrist bis 1. März 2020 wird diese Regelung verbindlich, erinnert die Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL). Ziel der naturschutzrechtlichen Vorgabe ist der Schutz vor Florenverfälschung und die Erhaltung der Biologischen Vielfalt.

Die neuen „Empfehlungen für Begrünungen mit gebietseigenem Saatgut” regeln laut FLL den Einsatz von gebietseigenem Saatgut in Form von Regiosaatgut oder den Einsatz von naturraumtreuem Saatgut oder Diasporengemischen zum Beispiel in Form von Mäh- und Druschgutübertrag.

Die Grundlage für Regiosaatgut bildet den Angaben zufolge das an der Leibniz-Universität Hannover aufgestellte Regiosaatgut- und Regiopflanzgutkonzept mit seinen 22 Ursprungsgebieten und definierten Auswahlkriterien für die zu verwendenden Wildpflanzenarten. Die Artenauswahlkriterien und die Gebietseinteilung des Fachkonzeptes seien mit Vertretern der Naturschutzbehörden in den verschiedenen Bundesländern abgestimmt worden. Die Einteilung der 22 Ursprungsgebiete sei zudem als Grundlage in die Erhaltungsmischungsverordnung (ErMiV 2012) des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) eingegangen.

Weiterhin soll das neue Regelwerk mit seinen Regelungen zum Übertrag von Diasporengemischen (etwa Mäh- oder Druschgut) die FLL-„Empfehlungen für Besondere Begrünungsverfahren” aus dem Jahre 1999 ersetzen.

Mit der zusätzlich zum Einspruchsverfahren angebotenen Fachtagung folgt die FLL ihrem Leitbild, Qualität für die Grüne Branche zu schaffen und dazu auch ein zweites Diskussionsforum für fachlich kontroverse und strittige Themen anzubieten. Diesbezüglich sollen alle Diskussionsergebnisse der Fachtagung – wenn auch nicht als offizieller Einspruch(!) – im Rahmen der Einspruchssitzung als Zusatzinformation berücksichtigt werden.

Konkret wird die Fachtagung folgende Fachthemen aufgreifen bzw. folgende Fachfragen zur Diskussion stellen:

  • Die neuen FLL-"Empfehlungen für Begrünungen mit gebietseigenem Saatgut (Gelbdruck) im Überblick";
  • Fachliche und rechtliche Statements zum Gelbdruck aus Sicht
  • ⇒ des Bundesumweltministeriums (BMU) zur rechtlichen Grundlage nach Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG); 
    ⇒ des Bundessortenamtes (BSA) zur rechtlichen Grundlage nach Erhaltungsmischungsverordnung (ErMiV); o der Wissenschaft zum Regiosaatgut- und Regiopflanzgutkonzept;
    ⇒ der Ingenieurbiologie;
    ⇒ des Naturschutzes.
  • Naturraumtreues Saatgut;
  • Musterleistungstexte zur Ausschreibung;
  • Abschlussdiskussion.

Die Fachtagung richtet sich insbesondere an Umweltplaner und Landschaftsarchitekten, Träger der Infrastruktur- und Bauleitplanung, Genehmigungs- und Naturschutzbehörden sowie Produzenten und Händler von Wildpflanzensaatgut. Außerdem werden Ausführungsbetriebe des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus sowie Sachverständige angesprochen.

Für diese Zielgruppen soll ein interessantes Werbeangebot zur Fachtagung geschnürt werden. Weitere Infos dazu und Anmeldemöglichkeiten zur Fachtagung gebe es demnächst hier zu finden. Schon jetzt kann man sich dort über das Veranstaltungsangebot der FLL informieren. (ts/fll)

 

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