Roberto Burle Marx: Pionier der Gartengestaltung

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Schlängelnd am Strand entlang: Eines der berühmtesten Werke von Burle Marx ist die Copacabana in Rio. Die hellen Steine scheinen mit dem Sand zu verschmelzen. Foto: lazyllama/Fotolia

Wer derzeit die Olympiade in Brasilien besucht, der begegnet früher oder später den Werken von Gartengestalter Roberto Burle Marx. Er gilt als Vorreiter in der Verwendung heimischer Flora und vertikaler Bepflanzungen – was heute trendig ist, gibt es schon seit einem Dreivierteljahrhundert.

Der 1909 geborene Roberto Burle Marx war Maler, Musiker, Bildhauer, Bühnenbildner, Grafiker, Keramiker, Textil- und Schmuckdesigner, Umweltaktivist, Sammler von Volkskunst und der einflussreichste brasilianische Pflanzensammler des 20. Jahrhunderts. In all dem war er weitgehend Autodidakt, den Zeitgenossen galt er als „menschliche Ausnahmeerscheinung“.

Dachgarten als Burle Marx' erster Gartenauftrag

In Rio studierte Burle Marx Malerei an der Hochschule für Schöne Künste, wo sein nur sieben Jahre älterer Jugendfreund Lúcio Costa Dekan war. Der vermittelte auch den ersten Gartenauftrag, den Dachgarten des Privathauses von Alfredo Schwartz. Die Idee von Gärten auf flachen Dächern hatte 1929 der Architekt Le Corbusier mit nach Brasilien gebracht.

1934 ging Roberto Burle Marx nach Recife. Den dort realisierten Park zu Ehren des Schriftstellers Euclides da Cunha ließ er mit Kakteen und anderen Pflanzen aus dem semi-arriden Hinterland bepflanzen. Es ist der vielleicht größte Verdienst von Burle Marx, dass durch sein Lebenswerk den Brasilianern die heimische Flora erstmalig näher gebracht wurde.

Burle Marx' Gartenanlage in Pampulha: Markstein für Verwendung einheimischer Pflanzen

Zurück in Rio folgte für Burle Marx ein großer Auftrag dem anderen. Die Gartenanlage in Pampulha (Belo Horizonte), mit dem von Oscar Niemeyer entworfenen Gebäude-Ensemble, gilt heute als Markstein für die Verwendung einheimischer Pflanzen. In die Gartenarchitektur des Neubaus (1938) des Ministeriums für Bildung und Gesundheit in Rio de Janeiro wurden „hängende Gärten“ integriert.

Wenn man also heute in der Gartenarchitektur die Wertigkeit heimischer Flora betont, wenn vertikale Bepflanzungen als der letzte Schrei gelten – dann kann man feststellen, dass Roberto Burle Marx das alles schon vor einem Dreivierteljahrhundert realisiert hat.

Mehr zu Roberto Burle Marx und seinen Pionierleistungen in der Gartengestaltung lesen Sie in der TASPO 31/2016, die am 5. August erscheint.

 

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