Tallinn ist European City of the Trees

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Die Holländische Linde, der älteste Baum Tallinns. Foto: EAC/BGL

Auf Frankfurt am Main folgt Tallinn: Die Juroren des European Arboricultural Council (Europäischer Baumpflegerat, EAC) haben die Hauptstadt von Estland zur „European City of the Trees 2015“ gekürt und damit das besondere Engagement Tallinns für die Erhaltung und Pflege des innerstädtischen Baumbestandes gewürdigt.

Tallinn: grüne Stadt an der Ostsee

So gibt es in der „grünen Stadt an der Ostsee“ etwa ein eigens entwickeltes Genehmigungsverfahren zum Schutz bereits junger Bäume – dadurch müssen nicht nur Baumfällungen, sondern auch sämtliche anderen Baumpflegearbeiten genehmigt werden.

Ob eine solche Erlaubnis beispielsweis für eine spezielle Rückschnittmaßnahme vorliegt, ist jederzeit im Internet einsehbar. Vorgeschrieben ist außerdem, dass gefällte Bäume unverzüglich auf dem gleichen Grundstück oder auf alternativ dafür zur Verfügung stehenden öffentlichen Flächen nachgepflanzt werden müssen.

„Die Tatsache, dass wir in einer grünen Stadt leben ist bekannt, aber es ehrt uns sehr, dass dies auch von einer Europäischen Expertenkommission anerkannt wird. Wir sind überzeugt, damit auf dem richtigen Weg zur ‚European Green Capital‘ im Jahr 2018 zu sein“, sagte Tallinns Bürgermeister Arvo Sarapuu bei der Überreichung der Urkunde. Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig nahm  stellvertretend für die letztjährige Stadt der Bäume die Preisverleihung im Rahmen der Jahreshauptversammlung des EAC vor.

Linden charakteristisch fürs Stadtbild

Charakteristisch für das Stadtbild Tallinns sind insbesondere Linden, die sowohl in Parkanlagen als auch als Straßenbäume überall anzutreffen sind. Entsprechend gehört auch der älteste Baum der estnischen Hauptstadt der Gattung Tilia an: Die Kelchi-Linde, eine Holländische Linde (Tilia x vulgaris), wurde bereits um 1680 vom damaligen Pastor der benachbarten St. Nikolai-Kirche Christian Kelch gepflanzt.

„Die gesamte Geschichte der Baumpflege spiegelt sich allein in diesem Baum wider“, erklärt Tallinns Landschaftsarchitektin Kristiina Kupper. „Früher wurden die Höhlungen einfach mit Plomben gefüllt – heute wird die Krone gezielt und schonend gepflegt, so wie es sich für einen alten wertvollen Baum gehört.“ Zur öffentlichen Preisverleihung am 19. Juni wurde an der Kelchi-Linde eine neue umzäunte Schutzzone sowie eine Gedenktafel mit fachlichen Erläuterungen zur Geschichte und Botanik des Baumes eröffnet.

 

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