VGL NRW interviewt Umweltminister

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Prinzipiell sind Maßnahmen des Programms „Ländlicher Raum“ auch im Rahmen einer Landesgartenschau förderfähig, sagt NRWs Umweltminister Johannes Remmel im Interview mit dem VGL. Foto: Umweltministerium NRW

Nordrhein-Westfalen: Das politische Programm „Ländlicher Raum“ stellt noch bis 2020 eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten bereit. Nun fragte der Verband für Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau bei Umweltminister Johannes Remmel nach, wie auch der GaLaBau profitieren kann.

Herr Remmel, wie sehen Sie das Programm „Ländlicher Raum“ im Zusammenhang mit den Landesgartenschauen? Reicht es aus, dass Landesgartenschauen, gerade unter dem Aspekt der sehr schnellen Entwicklung in diesem Bereich, stärker in das Programm der ländlichen Räume einbezogen werden?

Prinzipiell sind Maßnahmen des Programms „Ländlicher Raum“ auch im Rahmen einer
Landesgartenschau förderfähig. Sofern die jeweils ausgewählte Kommune die grundsätzlichen
Fördervoraussetzungen erfüllt. Als Beispiel für sei die Landesgartenschau Zülpich 2014 genannt. Hier flossen bei der in den angeschlossenen Ortsteilen über die Maßnahme „Dorferneuerung“ rund 149.000 Euro Fördermittel.

Die Gesamtmaßnahme „Landesgartenschau“ kann aber aus verschiedensten, fördertechnischen
Gründen nicht als eigener Baustein im Programm „Ländlicher Raum“ aufgenommen werden. An dieser Stelle möchte ich auf den neuen Projektaufruf „Grüne Infrastruktur“ hinweisen. Mit diesem
Projektaufruf will die Landesregierung Grün- und Erholungsflächen schaffen, vernetzen und aufwerten
- besonders in strukturschwachen städtischen Gebieten.

Da für Landesgartenschauen kommunale Handlungskonzepte in Machbarkeitsstudien erstellt werden, stehen hier die Chancen für eine Förderung gut. Grundsätzlich muss jedes Gartenschauprojekt geprüft werden, welche Landesförderprogramme außerhalb der pauschalen Gartenschauförderung gegebenenfalls in Anspruch genommen werden können.

ln den letzten Wochen sind durch Starkregenereignisse gerade im ländlichen Raum erhebliche Schäden entstanden. Welche Fördermöglichkeiten gibt es, um entsprechende Präventionsmaßnahmen zu betreiben und durch die Gestaltung von Landschaft und Flussauen die Schadenswahrscheinlichkeit zu minimieren?

Für diesen Bereich können mehrere Fördermöglichkeiten in Betracht kommen, die entweder schon zur
Verfügung stehen oder sich aktuell in Vorbereitung befinden: So zum Beispiel der Projektaufruf „Grüne Infrastruktur NRW“. Grüne Infrastruktur bezeichnet ein strategisch geplantes Netzwerk wertvoller natürlicher und naturnaher Flächen.

Diese tragen durch die Erbringung von Ökosystemdienstleistungen nicht nur zu einer maßgeblichen Verbesserung des Stadtklimas bei, sondern leisten durch ihre Wasserretentionsfähigkeit einen wichtigen Beitrag zum Überflutungsschutz.

Ein weiteres mögliches Förderinstrument könnte der in Kürze zu erwartende Förderaufruf
„KommunalerKlimaschutz.NRW“ sein. Im Rahmen dieses Förderaufrufs sind auch (Präventions-)
Maßnahmen zur Anpassung gegen Starkregen z.B. über die Einbeziehung des Siedlungsgrüns und
seiner Retentionsfunktionen möglich. Außerdem wird die Anlage von Erosions- und
Uferrandstreifen gefördert, um das Risiko von Bodenabtragungen und Einträgen in Gewässer zu
reduzieren. Weitere Fördermöglichkeiten könnten sich im Rahmen der Städtebauförderung ergeben.

Sehen Sie die Möglichkeit zur Förderung des Umbaus der Grünanlagen in den Dörfern, um den Folgen des Klimawandels etwa in Form von Starkregen und Stürmen in Zukunft gerecht zu werden?

Ein Förderbaustein, der explizit auf den Umbau von Grünanlagen in Dörfern zur Minderung der Folgen
des Klimawandels zielt, ist im NRW-Programm Ländlicher Raum nicht enthalten. Je nach
Ausgestaltung der konkreten Maßnahme können jedoch Berührungspunkte zur Dorfentwicklungsförderung bestehen.

Dort können auch Begrünungen im öffentlichen Bereich gefördert werden, die zur Gestaltung des Ortsbildes oder zur Einbindung des Dorfes in die Landschaft beitragen, sowie Maßnahmen die darauf abzielen, Lebensräume für heimische Tier- und Pflanzenarten im Ort zu erhalten, wiederherzustellen oder zu schaffen.

(Gekürzte Fassung des VGL-Interviews, Anm. d. Red.)


 

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