Wohnungswirtschaft legt immer mehr Wert aufs Grün

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Wie steht die Wohnungswirtschaft zum Thema Grün, und welche Rolle spielt es bei der so wichtigen Frage nach der Erhöhung der Lebensqualität im Wohnumfeld? Diesen Fragen widmete sich Prof. Dr. Volker Eichener von der Ruhr-Universität Bochum anlässlich der Konferenz „Zukunftsstrategien für den Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau“ in Berlin.

In seinem Vortrag informierte er über die Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage unter 240 Wohnungsbauunternehmen. Demzufolge wünschen sich fast 100 Prozent der befragten Mieter einen Balkon, eine Terrasse oder einen Mietergarten. Bei den Gründen zur Zufriedenheit mit ihrer Mietwohnung nannten 24 Prozent der Befragten das Wohnumfeld. Dieser hohen Bedeutung trage inzwischen auch die Wohnungswirtschaft Rechnung.

Bei fast 80 Prozent der befragten Unternehmen sei Grün ein Thema, denn das Wohnumfeld habe mittlerweile eine strategische Relevanz für den Vermietungserfolg. Grün und Außenanlagen rangieren daher gleichauf mit der Bedeutung des Wohngebäudes. Ihre wichtigen Signalwirkungen entfalten die Grünräume und -flächen nicht nur durch ihre jeweilige Funktionalität sondern vor allem auch durch ein Gefühl von Sicherheit, das von ihnen ausgeht. Dass der Pflegezustand hier eine entscheidende Rolle spiele, sei nicht zu übersehen, so Eichener. Denn ungepflegte Flächen implizierten, dass der Vermieter sich auch sonst um nichts kümmert.

Wie die Umfrage zeigt, geben Wohnungsbau-Unternehmen derzeit durchschnittlich 158 Euro pro Jahr und Wohneinheit für das Grün aus. Zwei Drittel des Wertes entfallen laut Eichener auf Pflege und Instandhaltung, ein Drittel des Geldes werde für Neuanlagen eingesetzt. Die Umfrage zeige aber auch, dass größere Wohnungsbau-Unternehmen mit durchschnittlich 112 Euro pro Jahr und Wohneinheit deutlich weniger Budget in Anschlag bringen.

Für die Garten- und Landschaftsbaubetriebe berge das Marktsegment mittelfristig durchaus Chancen, denn rund 40 Prozent der befragten Unternehmen beabsichtigen laut Umfrage, das Ausgabenvolumen für Grün mittelfristig zu erhöhen. Weitere 50 Prozent gaben an, ihre Budgetierung künftig auf gleichem Niveau halten zu wollen und nur etwa zehn Prozent der Unternehmen wollen reduzieren.

Im derzeitigen Verhältnis von Eigen- und Fremdleistung sind Eichener zufolge keine Veränderungen absehbar. So realisieren die Wohnungsbauunternehmen im Schnitt 30 Prozent der anfallenden Arbeiten für Neuanlagen mit eigenen Arbeitskräften, 67 Prozent der Arbeiten werden an Fremdfirmen vergeben. Im Bereich der Modernisierung stellt sich die Realisierung im Verhältnis 36 zu 63 dar.

Mehr als die Hälfte (60 Prozent) der befragten Wohnungsbauunternehmen beziehen Trendentwicklungen im Garten- und Landschaftsbau in ihre Planungen ein. (ks)

 

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