Gartengeräte auf schädliche Abgase getestet

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Viele motorbetriebene Gartengeräte stoßen laut DUH giftige Abgase aus und überschreiten die Emissionsgrenzwerte zum Teil deutlich. Foto: Pixabay

Motorbetriebene Geräte wie Kettensägen, Rasentrimmer oder Freischneider erleichtern die Gartenarbeit – und produzieren jede Menge giftige Abgase. Zu diesem Schluss kommt die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die 33 Gartengeräte getestet hat.

80 Prozent der Geräte im Test stießen demnach zu viel Kohlenwasserstoff und Stickoxid aus. Besonders drastisch sind die Abgasemissionen laut DUH bei einer am schwedischen Markt gekauften Motorsäge der Marke Garden ausgefallen: Um ganze 600 Prozent waren hier die Grenzwerte überschritten, was dem Gartengerät den negativen Spitzenplatz im Test beschert.

Auch am deutschen Markt gekaufte Gartengeräte verstoßen gegen Abgasgrenzwerte

Immerhin noch 350 Prozent Überschreitung des Grenzwerte für Kohlenwasserstoff und Stickoxid genehmigte sich der Verlierer unter den am deutschen Markt erworbenen Geräten – ein über Amazon gekaufter Freischneider der Marke Nemaxx MT22 des Herstellers Bargain24.

Was die Deutsche Umwelthilfe in diesem Zusammenhang – neben den gesundheitsschädlichen Auswirkungen für die Anwender von Gartengeräten – am meisten bemängelt: Die für die Marktüberwachung zuständigen Landesbehörden hätten ihre Pflichten über Jahre hinweg vernachlässigt und die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte zum Teil nicht kontrolliert. Eine leichte Verbesserung sei erst eingetreten, nachdem die DUH „diese Untätigkeit durch jährliche Umfragen dokumentiert“ und entsprechend Grüne, Gelbe und Rote Karten vergibt.

Nur Bayern und Hessen gingen gegen Überschreitung der Emissionsgrenzwerte vor

Eine Grüne Karte erhielten in diesem Jahr allerdings lediglich Bayern und Hessen, die gegen Unternehmen wegen Verstößen gegen die Emissionsgrenzwerte vorgingen und entsprechende Verwaltungsverfahren einleiteten.

Immerhin konnte die Deutsche Umwelthilfe für 2016 mehr Gelbe Karten als in den Vorjahren vergeben – mit Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Sachsen-Anhalt erhielt die Hälfte aller Länder für die Kontrolle der Einhaltung formaler Vorgaben eine Auszeichnung. Bußgelder bei festgestellten Verstößen wurden allerdings von den zuständigen Behörden nicht verhängt, so die DUH.

Komplett durchgefallen sind die übrigen sechs Bundesländer, die weder kontrollieren noch Verstöße bestrafen. Dafür vergab die Deutsche Umwelthilfe ihre Rote Karte.

DUH fordert wirksame Kontrollen der Marktüberwachungsbehörden

„Wir brauchen endlich wirksame Kontrollen der amtlichen Marktüberwachungsbehörden. Dass nur zwei von 16 Bundesländern kontrolliert und festgestellte Verstöße mit Bußgeldern belegt haben, zeigt noch viel Luft nach oben“, so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Vor diesem Hintergrund hat die DUH zudem das Bundesumweltministerium aufgefordert, die Überarbeitung der 28. Bundes-Immissionsschutzverordnung (28. BImSchV) voranzutreiben, um den Ländern schnell den neuen Sanktionierungskatalog zur Verfügung zu stellen. Klare Vorgaben für die Verhängung von Bußgeldern befürworten auch einige Bundesländer, da dies in der europäischen Verordnung noch nicht geregelt sei.

 

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