Europa-Politiker besucht Baumschule

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Alexander Graf Lambsdorff (2. v. r.) bei seinem Besuch in der Baumschule Ley zusammen mit Geschäftsführerin Marita Ley (2. v. l.), Produktionsleiter Christoph Dirksen und Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin des Landesverbandes Gartenbau Nordrhein-Westfalen. Foto: Gabriele Friedrich

Im Vorbeifahren nach Bonn schon immer wahrgenommen, aber erst jetzt richtig kennengelernt, so formulierte es Alexander Graf Lambsdorff bei seinem Besuch in der Baumschule Ley. Der Europa-Abgeordnete und stellvertretende Präsident des Europäischen Parlamentes informierte sich über die Anzucht der Gehölze, über die Baumschulbranche und den Gartenbau in Nordrhein-Westfalen. 

Lambsdorff und die „Eiskugel“

Sichtlich beeindruckt war Lambsdorff, wie der Ballenschneider auf die Schnelle einen Wurzelballen für den Baum formt. „Wie eine Eiskugel“, so der Europa-Abgeordnete. Er besuchte vergangene Woche die Baumschule Ley in Meckenheim und konnte sich in den Quartieren ein Bild von der Arbeit im Gartenbau machen.

Verwundert zeigte er sich über die langen Kulturzeiten von bis zu 16 Jahren für die Alleebäume. Hier sei das hohe unternehmerische Risiko schon das Geschäftsmodell. Das Gegenteil von einem europäischen Markt nannte er die Vorschriften zu gebietsheimischen Gehölzen nach dem Bundesnaturschutzgesetz.

Risikofonds für Baumschulen notwendig

Christoph Dirksen, Produktionsleiter in der Baumschule Ley, sprach auch die Notwendigkeit eines Risikofonds für Betriebe beim Auftreten von Quarantäneschädlingen an. Hier sieht der Europapolitiker die Nationen, in dem Fall Deutschland, in der Pflicht, einen solchen Fonds einzurichten.

Auch die Themen Pflanzenschutz und Bürokratie wurden angesprochen. Die teilweise „hysterisch geführten Debatten um Glyphosat“ fand Lambsdorff wenig hilfreich – „eigentlich postfaktisch“, sagte er.

Gartenbau wünscht sich mehr Rückendeckung von Politik

Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin des Gartenbauverbandes NRW, unterstrich, dass sie sich von der Politik mehr Rückendeckung wünsche. Nicht nur treiben lassen von Emotionen und „alternativen Fakten“, mahnte sie, sondern das Fachwissen und die Kenntnisse der Gartenbau-Unternehmer anerkennen.

„Wir wollen uns nicht immer rechtfertigen müssen“, so Kähler-Theuerkauf. „Und wir brauchen europaweite Standards, beispielsweise im Pflanzenschutz, statt der heutigen Wettbewerbsverzerrung.“

 
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