Good News: Zierpflanzer mit Start auf grüner Wiese

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Ulrich Hartmann in seiner Zierpflanzengärtnerei in Ubstadt-Weiher. Foto: Ulrich Hartmann

Zu den verfestigten Meinungen in der Gärtnerbranche gehört: In Deutschland gründet heute niemand mehr eine mittelständische Zierpflanzengärtnerei. Allerdings gibt es auch Gegenbeispiele, erfolgreiche Gründungen auf der „grünen Wiese“. Solch ein Beispiel ist Ulrich Hartmann, der seinen Betrieb im vergangenen Jahr um weitere zehn Prozent auf 21.000 Quadratmeter Unterglas-Fläche (und 3.000 Quadratmeter Freiland) erweitert hat.

„Ich wollte immer selbstständig werden“, erinnert sich der Gärtnermeister (Jahrgang 1968), der 1996 mit 2.700 Quadratmetern unter Glas in Ubstadt-Weiher begann. Und zwar mit Neubauten auf der „grünen Wiese“, denn schon damals war er davon überzeugt: „Kein Gewächshaus sollte älter sein, als man selbst.“

Branche leidet heute unter Fehlern, die vor 25 Jahren begangen wurden

Wobei die Zeiten zur damaligen Unternehmensgründung in Baden-Württemberg gar nicht so günstig waren. „Die Fehler, unter der die Branche heute leidet, wurden vor einem Vierteljahrhundert gemacht. Damals setzten alle in Baden-Württemberg auf den Erhalt bestehender Gartenbau-Betriebe, nicht auf Neugründungen. Damals hat keiner die Selbstständigkeit junger Gärtner gefördert“, reflektiert er die Situation des Zierpflanzengartenbaus in seiner Gründungsphase.

Die erste Produktion ging 1996 in den Markt, damals hatte Ulrich Hartmann eine „angestrebte Betriebsgröße von 4.000 Quadratmetern im Kopf“. Die hatte er schon nach ein paar Jahren erreicht. Heute glaubt er, dass „drei Hektar unter Glas und zwei Hektar Freiland“ eine angemessene und zukunftsorientierte Betriebsgröße seien. Mit dem Erfolg sind die Ansprüche an sich selbst gewachsen.

Unternehmensentwicklung in kleinen Etappen, aber kontinuierlich

Hört man Ulrich Hartmanns Berichten zur Unternehmensentwicklung zu, dann hört man viele „good news“. Der Betrieb habe „sofort funktioniert“, und das sei bis heute so geblieben. Nur ein einziges Mal, schon im zweiten Jahr, wurde etwas in den Sand gesetzt: 12.000 Weihnachtssterne wurden „von einer bis heute nicht geklärten Krankheit“ befallen. Das war es, sonst nur „good news“ – in kleinen Etappen, aber kontinuierlich.

In kleinen Schritten wurde der Zierpflanzenbetrieb aufgebaut, die jeweiligen Bauabschnitte betrugen immer rund 2.000 Quadratmeter. Durch diese vielen Erweiterungen auf die heutige Größe hat Ulrich Hartmann die „Anpassungsprozesse klein“ gehalten. So konnte er auch in kleinen Schritten die Vertriebswege erweitern.

Gleich zu Beginn wurde über den Blumengroßmarkt in Mannheim und eine Landgard-Niederlassung vermarktet, drei weitere Niederlassungen folgten. „Am Niederrhein bedienen sich die Erzeuger weit stärker als bei uns im Süden des Großhandels“, ist der Gartenbau-Unternehmer aus Ubstadt-Weiher überzeugt. Als guter Kaufmann sieht er da für sich „eine Chance“.

Hartmanns Geschäftsprinzip: niemanden auflaufen lassen, niemanden abkochen

Apropos Kaufmann: Da steht Ulrich Hartmann in gewisser Weise in der Tradition des sprichwörtlich „ehrbaren Hamburger Kaufmanns“, wenn er zum Geschäftsprinzip erhebt: „Niemanden auflaufen lassen, niemanden abkochen, Verlässlichkeit ist wichtig.“ Damit ist er richtig gut gefahren und kann heute im Brustton der Überzeugung sagen: „Es macht richtig Spaß!“

Der komplette Beitrag über Ulrich Hartmann und seine Zierpflanzengärtnerei ist im Rahmen unserer „Good News“-Serie in der TASPO 47/2016 erschienen. Ein Exemplar der Ausgabe können Sie per Mail bei Melanie Schuhmacher bestellen.

 

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