Heimisches Obst & Gemüse: mehr Vitamine als Superfoods

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Paprikaschoten enthalten viel Vitamin C. Foto: Hans/Pixabay

In Werbung und Medien sind sie die neuen Stars der gesunden Ernährung: Sogenannte Superfoods wie Chia-Samen, Goji- oder Acai-Beeren, die prallvoll mit Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien sein sollen. Heimisches Obst und Gemüse kann da aber locker mithalten, sind Experten überzeugt.

Einer von ihnen ist Prof. Dr. Hans Konrad Biesalski von der Universität Hohenheim. Bei der 51. Jahrestagung der Gartenbauwissenschaftlichen Gesellschaft (DGG) und des Bundesverbands der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur (BHGL) plädierte der Ernährungsmediziner für mehr Nahrungsqualität – mit Hilfe von Obst und Gemüse aus der Region.

Paprika und Hagebutte: mehr Vitamin C als Acai-Beeren

„Die Acai-Beere wirbt mit ihrem hohen Vitamin C-Gehalt, aber es ist belegt, dass sie weit weniger Vitamin C enthält als Paprika oder Hagebutte. Wir haben viele heimische Produkte, die deutlich besser sind als Superfoods und vor allem auch deutlich billiger, wie zum Beispiel Blaubeeren oder Johannisbeeren“, so Biesalski.

Eine Möglichkeit, die Verbraucher an das Thema heimisches Obst und Gemüse heranzuführen, sei der eigene Haus- und Küchengarten. „Was ich selbst angebaut habe, schätze ich ganz anders wert“, sagt Prof. Dr. Christine Brombach, Ernährungswissenschaftlerin an der Zürcher Hochschule. Wichtig in diesem Zusammenhang sei, besonders junge Menschen für Obst und Gemüse aus der Region, aber genauso für Gartenbau-Themen und -Produkte generell zu sensibilisieren.

Junge Leute für Themen des Gartenbau begeistern

„Egal, wo Sie Gartenwissenschaften nur riechen, machen Sie die Tür auf und platzieren Sie dort Ihre Themen“, ermutigte Prof. Dr. Andreas Bertram, Präsident der Hochschule Osnabrück, die Teilnehmer der gartenbauwissenschaftlichen Jahrestagung. Ein Weg sei, nicht an historisch gewachsenen Studiengängen festzuhalten und stattdessen den Horizont für eine fächerübergreifende Zusammenarbeit zu öffnen. 

„Ob die Studierenden nach ihrem Studium Biologen, Ingenieure oder Techniker sind, ist egal. Hauptsache wir begeistern junge Leute für die Themen des Gartenbaus“, so Bertram.

 
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