Insolvenz: Baumschule Lappen optimistisch

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Die Baumschule Lappen verfügt über große Bestände, auch in besonderer Qualität. Foto: Gabriele Friedrich

„Wir sind optimistisch, nach einer Sanierung unsere Baumschule in Familienbesitz ohne Fremdinvestor weiterführen zu können“, so Christian Lappen auf Anfrage der TASPO. Die Baumschule und der Pflanzenhandel Lappen (Nettetal) hatten am 10. Oktober Insolvenz beim Amtsgericht Krefeld angemeldet.

„Die Bestände sind hervorragend, die Qualität ist vorhanden, und wir starten jetzt in eine hoffentlich erfolgreiche Herbstsaison“, so Christian Lappen gegenüber der TASPO. „Kontinuierlich gehen derzeit die Geschäfte weiter, der Versand läuft in gewohnter Qualität und mit vollem Service.“

Baumschule Lappen leitet Sanierung ein

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter von Lappen ist Rechtsanwalt Eberhard Stock aus der auf Insolvenzverwaltungen spezialisierten Krefelder Sozietät Niering Stock Tömp Rechtsanwälte bestellt. Damit hat die Baumschule die Sanierung über ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet.

„Vor zwei Wochen haben wir noch mit den Banken verhandelt, dann mussten wir wegen Zahlungsunfähigkeit aber so handeln“, sagt Christian Lappen. Die Ursachen für die zur Insolvenzantragstellung führenden Liquiditätskrise liegen darin, dass aufgrund der aktuellen Marktlage nicht die Preise erzielt werden konnten, die dem hochwertigen Produkt der Baumschule entsprechen, teilte der Insolvenzverwalter inzwischen mit.

Die mit den hohen Qualitätsansprüchen der Baumschule Lappen verbundenen Kosten führten gerade in dem umsatzschwachen Sommer zu einem zusätzlichen Liquiditätsbedarf, der nicht in der erforderlichen Höhe über die Hausbanken kurzfristig abgedeckt werden konnte.

Schlechte Preise Hauptursache für Krise der Baumschule Lappen

Die seit Jahren anhaltend schlechten Preise, die am Markt zu erzielen sind, nennt auch Lappen als eine der Hauptursachen. Sie steckten aber gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter gerade mitten in der Analyse, um genau die Ursachen zu erforschen. Und um daraus Lösungen für eine tragfähige, erfolgreiche Zukunft zu erarbeiten. Das brauche seine Zeit.

Die nächsten drei Monate sind aber erst einmal sicher. Um die guten Sanierungsaussichten zu erhalten, haben die Inhaber Lappen umgehend den Insolvenzantrag gestellt und damit ein gerichtliches Sanierungsverfahren eingeleitet, so der Insolvenzverwalter. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter werden derzeit über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung gesichert.

Die Tatsache, dass die ersten Lieferanten und Dienstleister sich sofort bereit erklärt haben, die Geschäftsbeziehung im gewohnten Umfang fortzusetzen, bestärken die Beteiligten in ihren Bemühungen, die Chancen einer Sanierung zum Erhalt von Arbeitsplätzen zu nutzen.

Lappen eine der größten Baumschulen in Deutschland

Die Inhaber der Baumschule Lappen bewirtschaften Flächen in einer Größenordnung von über 650 Hektar in Deutschland und den Niederlanden mit einem Bestand von über 400.000 Bäumen. Damit zählt die seit 1894 als Familienunternehmen geführte Baumschule zu einer der größten Baumschulen Deutschlands.

Die 134 Mitarbeiter sind umgehend über die angeordneten Sicherungsmaßnahmen und die Sanierungsaussichten des Unternehmens informiert worden. Rechtsanwalt Stock zeigt sich davon überzeugt, den Baumschulbetrieb jedenfalls bis in das Jahr 2017 hinein fortführen zu können.

 

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