Unwetter: 50 Betriebe melden Schäden

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Bis zu 80 Zentimeter stand diese Acerca-Fläche unter Wasser. Die sich hier befindlichen Pflanzen können nur noch entsorgt werden. Foto: Gartenbauversicherung

Trotz schwerer Unwetter ist der Gartenbau im Süden mit einem blauen Auge davongekommen. Die Betriebe am Niederrhein dagegen hatten weniger Glück. Rund 50 Schäden im Wert von zirka 1.000.000 Euro meldet die Gartenbau-Versicherung in einer Zwischenbilanz für das Bundesgebiet.

Unwetter: 35 Betriebe mit Freilandkulturen betroffen

35 der geschädigten Betriebe setzen auf Freilandkulturen. In den überschwemmten Gebieten kommt es nun auf die folgende Witterung und die betroffene Pflanzenart an. Sollte es richtig heiß werden und deshalb ein hohes Maß an Verdunstung einsetzen, ist deutlich mehr Ausfall zu erwarten.

Am Niederrhein traf es den Gartenbau bisher am schlimmsten. 60 bis 80 Liter Regen fielen pro Quadratmeter bereits am 30. Mai. Große Flächen südlich von Straelen über Geldern bis Kevelaer standen schließlich Anfang Juni unter Wasser, nachdem am 1. und 2. Juni heftige Niederschläge von bis zu 200 Liter pro Quadratmeter und teils darüber gefallen waren.

Gartenbau-Versicherung: Vorfluter Ursache für Überflutung

Ursache der Überflutung waren insbesondere die Vorfluter. Diese dürfen aus naturschutzrechtlichen Gründen nur bedingt gemäht werden, so dass sich das in den Gräben befindliche Gras hinderlich auf den Abfluss des Wassers auswirkte. Da das Wasser aus den Vorflutern überwiegend wieder in die Drainagen zurückstaute, standen daher selbst normalerweise gut drainierte Flächen teils bis zu 80 cm tief unter Wasser. Am stärksten betroffen waren leicht abschüssige Flächen. Mitarbeiter der Gartenbau-Versicherung machen sich seit Ende letzter Woche ein Bild von der Schadenlage, die Regulierungsarbeiten sind in vollem Gange.

Gartenbaubetriebe im Süden weniger betroffen

Im Süden der Bundesrepublik sind nur wenige Betriebe betroffen, obwohl es dort gewitterte, stark regnete und hagelte. Wie die Gartenbau-Versicherung berichtet, lagen die Hagelkörner in Wiesbaden bis zu 30 Zentimeter hoch. In den Regionen Schwäbisch Hall, Ostalbkreis und in Niederbayern kam es zu erheblichen Überflutungen. Glücklicherweise waren die Regionen oft nur punktuell betroffen und weisen nur wenige Gartenbaubetriebe auf.

 

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