Floristen: Löhne bleiben „Zankapfel“

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Pünktlich zum Valentinstag hat die IG BAU auch dieses Jahr wieder die Diskussion um die Bezahlung von Floristen angeheizt. Foto: smspsy/Fotolia

Bekommen Floristen für ihre Arbeit nur „Armutslöhne“? Nach Ansicht der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) ja. Pünktlich zum gestrigen Valentinstag hat die Gewerkschaft erneut die Bezahlung in der Branche kritisiert. Der Fachverband Deutscher Floristen (FDF) hat prompt reagiert und die „imageschädigende Polemik“ der Arbeitnehmervertreter verurteilt.

„Rückfall in alte klassenkämpferische Zeiten“

Als „Rückfall in alte klassenkämpferische Zeiten“ bezeichnet der FDF die gestern von der IG BAU veröffentlichte Pressemitteilung. Gerade der Valentinstag sei nicht geeignet, in den Blumenfachgeschäften ein besonderes Plus an Wertschöpfung zu generieren.

„Die Branche hat nicht nur mit der erheblichen Konkurrenz durch den Lebensmitteleinzelhandel zu kämpfen, sondern auch mit pünktlich explodierenden Einkaufspreisen, da der Valentinstag überall auf der Welt am gleichen Datum stattfindet. Kaum jemand ist in der Lage diesen gestiegenen Aufwand an die Kunden weiterzugeben“, so der FDF in seiner offiziellen Stellungnahme.

Vor diesem Hintergrund komme die jährliche Pressemeldung der IG BAU „wieder mal zur Unzeit“, wie Kai Jentsch, Vorsitzender der FDF-Tarifkommission, ausführt. Dadurch sorge die Gewerkschaft „für schlechte Stimmung an einem Tag, an dem wir zusammen für gute Umsätze stehen sollten. Denn nur daraus generiert man bessere Löhne“, so Jentsch weiter.

FDF: Image-Schaden für Floristikbranche ist abzusehen

Wie der FDF betont, habe man die Arbeitnehmerseite während des letzten Tarifgesprächs „mit Blick auf den sich abzeichnenden Image-Schaden für die Branche“ ausdrücklich gebeten, auf negative Meldungen während den wichtigen Blumenschenktagen zu verzichten. Weil die IG BAU diese Bitte ignoriert hat, sei nun „wieder eine Chance vertan, unsere Branche zu stärken und die Position der inhabergeführten Blumenfachgeschäfte zu unser aller Wohl zu verbessern“, so Jentsch.

Am 19. Januar hatten FDF und IG BAU die reguläre Verhandlung ergebnislos abgebrochen, weil die Tarifvorstellungen der Sozialpartner zu weit auseinander lagen. Die Gewerkschaft fordert im Rahmen eines Bundesentgelttarifvertrags für die Floristen unter anderem ein Lohn-Plus im Westen von 5,9 Prozent.

„Löhne unter 9,10 Euro die Stunde darf es nicht geben. Ebenso muss die Ausbildungsvergütung deutlich besser bezahlt werden“, so die IG BAU. Die Arbeitgeberseite hatte dagegen ein Angebot von zwei Mal 16 Cent über 24 Monate unterbreitet und erneut darauf aufmerksam gemacht, dass die Lohntarife gewollte tarifliche Lohnuntergrenzen darstellen. Zudem würden in der Branche „vielfach leistungsorientierte Aufschläge durch die Arbeitgeber bezahlt“, so der FDF.

Floristen im Osten liegen knapp unter gesetzlichem Mindestlohn

Aktuell verdienen Floristen in den westlichen Bundesländern 10,26 Euro pro Stunde, im Osten 8,80 Euro. „Dass der Lohn im Osten sogar unter dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro liegt, zeigt welche Strategie vor allem die Ostarbeitgeber fahren. Sie wollen auf keinen Fall mehr zahlen als das Mindestentgelt“, so der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Harald Schaum.

Im Hinblick auf die weiteren Verhandlungen betont die Gewerkschaft, dass es „um einen bundeseinheitlichen Tarifvertrag gehen muss. Ohne diesen bekommen wir die Angleichung Ost-West nie hin.“

 

Leserkommentare


  1. Ich würde gern einmal dem Herrn Schaum eine Gärtnerei oder ein Floristgeschäft im ländlichen ostsächsischen oder südbrandenburgischen Raum ein Jahr zur Nutzung überlassen. Dann würde er schlicht die Seiten wechseln. Die ostdeutschen Arbeitgeber in der Branche liegen häufig in ihrem Einkommen unter dem Mindestlohn (also unter dem Einkommen ihrer Angestellten), können das aber kaum noch mit mehr Stunden wettmachen, da der Tag ja nur 24 hat. Außerdem arbeiten die ja für sich selbst, sie tragen ja nur die Verantwortung lassen arbeiten und beuten aus. Aber Porsche fährt da auch noch keiner.... also bitte auch das Umfeld betrachten. Hier ist von Bereicherung keine Rede. Alternativ wäre es das Geschäft zu schließen, aber ist das dann die Lösung?
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