Woher kamen die gentechnisch veränderten Petunien?

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Die finnische Behörde für Nahrungsmittelsicherheit EVIRA machte unter anderem über Twitter auf gentechnisch veränderte Petunien aufmerksam. Foto: privat

Woher kamen die gentechnisch veränderten orangefarbenen Petunien, die die finnische Behörde für Nahrungsmittelsicherheit vom Markt nehmen musste? Erste Untersuchungen deuten auf die Niederlande, Dänemark und Deutschland hin. Der Zentralverband Gartenbau leistet flankierend Aufklärungsarbeit zum Thema gentechnisch veränderte Pflanzen in Deutschland. 

Welche Märkte sind betroffen? EU-Staaten stellen Nachfroschungen an

Das Bundesministerium für Umwelt hält es für möglich, dass das Genmaterial aus Freilandversuchen stammen könnte, die das Max-Planck-Institut vor 27 Jahren durchgeführt hat, wie der WDR berichtet. Genaueres sollen die derzeitigen Nachforschungen der EU-Mitgliedsstaaten ans Licht bringen, vor allem welche Märkte die gentechnisch veränderten Petunien bereits erreicht haben.

Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) seinen Mitgliedsbetrieben empfohlen, bis auf weiteres keine orangefarbenen Petunien zu verkaufen. Die Regularien für den Verkauf sind sehr streng, es darf kein gentechnisch verändertes Material Zusätzlich fordert der Verband völlige Transparenz und Kooperation mit den Behörden, um den Schaden in Grenzen zu halten.

Gentechnisch veränderte Petunien: Keine Gefahr für Verbraucher und Umwelt

Außerdem macht der Zentralverband darauf aufmerksam, dass von gentechnisch veränderten Petunien keine Gefahr für Verbraucher und Umwelt ausgeht. Petunien sind einjährige Pflanzen, deren Samen ebenfalls nicht winterhart sind. Sie können sich somit nicht in der Wildflora verbreiten.

Nur nach einem speziellen Zulassungsverfahren dürfen Pflanzen, die gentechnisch verändert wurden, in der EU angebaut und verkauft werden. Die Ware muss entsprechend für den Verbraucher gekennzeichnet sein. In der EU besteht keine Zulassung für den Anbau gentechnisch veränderter Petunien. Gemäß Paragraph 38 des Gentechnikgesetzes dürfen keine genmanipulierten Organismen in Umlauf gebracht werden, bei Zuwiderhandlung drohen hohe Strafen.

Lediglich eine blaue gentechnisch veränderte Nelkensorte ist im Gartenbausektor für den Verkauf in der EU zugelassen, allerdings nicht für den Anbau.  

Mehr über die Hintergründe und betroffene Unternehmen lesen Sie in TASPO 19/2017, die am 12. Mai erscheint.

 

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