150 Jahre TASPO: früher ohne Film – heute ohne Chip

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Auch das beste Objektiv nützt nichts ohne Film oder Chip in der Kamera. Foto: Pixabay

Redaktionsleiterin Iris Anger. Foto: Haymarket Media

Technik ist nicht ohne. Das merken wir alle jeden Tag, wenn wieder einmal wichtige E-Mails verschwunden sind, der Rechner ohne ersichtlichen Grund die Grätsche macht oder das Handy durch die Flut an geschossenen Bildern vom Kölner Karneval nach einer Steckdose und einem Ladekabel lechzt. Aber war es früher wirklich besser?

Unsere Redaktionsleiterin Iris Anger erinnert sich in diesem Zusammenhang an ihren Besuch der ersten Messe für Gartenbautechnik auf dem Erfurter iga-Gelände.

Frisch als Volontärin auf Dienstreise

„Das war im August 1990, als ich noch ganz frisch als Volontärin meinen damaligen Chef in den Osten begleiten durfte. Meine Aufgabe: Mit den Ausstellern sprechen und besonders die Einschätzung der regionalen Aussteller aus den neuen Bundesländern abfragen. Im gleichen Jahr übrigens wandelte sich die 1961 ins Leben gerufene Internationale Gartenbauausstellung im Kulturpark Cyriaksburg zur Erfurter Gartenbauausstellung. Aus dem iga-Gelände wurde der egapark. Der internationale Anspruch, wie zuvor zu DDR-Zeiten postuliert, entfiel.

Bestückt mit Redaktionskamera, Stift und Block zog ich also über das recht menschenleere Ausstellungsgelände. Um es kurz zu sagen: Die Messe war ein Flop und wurde auch nicht wiederholt. Dennoch sammelte ich emsig Stimmen. Beispielsweise: ‚Die Zeit hat nicht gereicht, das Niveau der westlichen Firmen zu erreichen‘, so der Vertreter vom Kombinat für Gartenbautechnik Butzen damals. Ein Jahr später musste das Unternehmen dann gänzlich die Segel streichen.

Herrliches Foto-Motiv, aber kein Film in der Kamera

Ich fotografierte den knallroten Kleintraktor am Stand – eine Weiterentwicklung eines altbewährten Universal-Geräteträgers aus DDR-Bestand, jetzt aber mit japanischem Motor und Glaserfaser-Haube statt der früheren Blechabdeckung. Ein herrliches Foto unter freiem Himmel und bei grandiosem Sonnenschein.

Auch wenn die TASPO damals noch nicht in Farbe gedruckt wurde, wenn die Sonne schien, bildeten das auch die Graustufen der Schwarz/Weiß-Bilder ab. Und dann der Schock im Fotolabor: Kein Film in der Kamera. Vor lauter Aufregung und Begeisterung hatte ich das Wichtigste vergessen. Ich musste mich mit einem Bild aus dem Werbekatalog begnügen – und der Leser auch.

27 Jahre später: moderne Technik, gleiches Ergebnis

An diese Geschichte musste ich vor kurzem denken, als mir etwas ganz Ähnliches passierte. Allerdings 27 Jahr später und in einer Zeit geprägt durch eine unermessliche Zahl an digitalen Veröffentlichungskanälen, an Endgeräten und Speichermedien. Aus unerfindlichen Gründen hatte jemand den Speicherchip aus einer unserer Redaktionskameras genommen. Dass kein Film in der Kamera ist, darauf hätte ich damals vorbereitet sein müssen, aber auf das Verschwinden des Chips in der heutigen Zeit doch wohl eher nicht. Das Ergebnis war jedenfalls das Gleiche: keine Bilder.

Damals war es ganz schwierig, Bilder von der Messe über den Veranstalter zu bekommen, zumal so kurz nach der Wende, als noch alle Strukturen sich neu finden mussten und schlichtweg die Telefonverbindungen noch ausgesprochen zu wünschen übrig ließen. Deshalb wichen wir auf Bildmaterial aus der Werbebroschüre aus.

Eigene Fotos heute wichtiger denn je

Heute ist es deutlich leichter, Bilder von Events und Veranstaltungen zu bekommen. Gerade Messen sind gut aufgestellt und selbst daran interessiert, Fotos zu liefern, um sich im guten Licht zu zeigen. Umso wichtiger sind deshalb für uns in der Redaktion eigene Fotos, die einen Aspekt beleuchten, den der Veranstalter vielleicht lieber außen vor lassen will – leere Messehallen beispielsweise.

Außerdem bestücken wir heutzutage nicht nur unsere gedruckte TASPO mit Fotos, sondern schicken live und ohne große Zeitverzögerung Videos und Bildergalerien auf die Online-Seite oder posten sie bei Facebook. Wenn dann das Arbeitsgerät streikt – gute Nacht.“

Schicken Sie uns Fotos Ihrer Betriebe aus alten Zeiten!

Durchforsten Sie Ihre Fotosammlungen und schicken Sie uns Bilder Ihrer Betriebe aus alten Zeiten. Im Rahmen unseres 150. Jubiläums möchten wir dieses historische Bildmaterial dann in der TASPO allen Lesern vorstellen. Bestimmt haben Sie noch in der Zigarrenkiste die kleinen Schwarz/Weiß-Bilder mit gewelltem, weißen Rand. Wenn darauf Ausschnitte zu sehen sind, die gartenbauliche Technik und das Leben der Gärtner in früheren Jahren abbilden, dann würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns die Bilder einscannen oder zuschicken. Natürlich bekommen Sie sie unversehrt zurück!

Kontakt: Haymarket Media GmbH, Iris Anger, Frankfurter Str. 3b, 38122 Braunschweig, E-Mail: iris.anger@remove-this.haymarket.de

 

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