150 Jahre TASPO: Wie alles begann…

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Zwar nicht die allererste Ausgabe, aber auch schon in die Jahre gekommen: eine TASPO Ausgabe aus dem Jahr 1938, die wir hinter Glas in allen Ehren halten. Foto: Daniela Sickinger

Er wusste, was er tat, als er vor 150 Jahren Thalackers Allgemeine Samen- und Pflanzen-Offerte – kurz: TASPO – gründete. Bernhard Thalacker war selbst ein renommierter Erfurter Nelken- und Rosenzüchter, als er sich entschloss, das wahrscheinlich allererste Anzeigenblatt, das sich speziell an Gärtner wandte, ins Leben zu rufen.

Das neue Offertenblatt sollte nach dem Willen von Bernhard Thalacker ein wichtiges Absatzinstrument für die besonders in Erfurt entstandenen spezialisierten Gartenbaubetriebe sein, die sich mit ihrem Angebot nicht mehr an die Endverbraucher, sondern an die Wiederverkäufer und Weiterkultivateure wandten.

Thalackers Wunsch: alle Protagonisten des gärtnerischen Marktes in der TASPO zusammenbringen

Möglich machte die Entstehung dieser Handelsgärtnereien der Zusammenschluss der vielfältigen Königreiche, Herzogtümer, Großherzogtümer und Fürstentümer im Deutschen Bund, aus dem dann 1871 das deutsche Kaiserreich mit 25 Bundesstaaten wurde. Zollbarrieren fielen, der Handel expandierte und Bernhard Thalacker wollte alle Protagonisten des gärtnerischen Marktes in der TASPO zusammenbringen.

Die Startauflage von 2.000 Exemplaren erhielt eine handverlesene Gruppe von Gärtnereien in ganz Deutschland, die als Wiederverkäufer oder gewerbliche Verwender von Samen und Pflanzen in Frage kamen. Zu Anfang war der Bezug kostenlos. Wollte der Empfänger die TASPO jedoch regelmäßig beziehen, musste er einen geringen Bezugspreis bezahlen.

Ein zusätzlicher Anreiz für ein bezahltes Abonnement war die Möglichkeit, als Abonnent zur Hälfte des regulären Preises zu inserieren. Sehr schnell entwickelte sich so ein zahlender Abonnentenstamm.

TASPO richtet sich von Beginn an nur an Fachleute der grünen Branche

Von Anfang an richtete sich die TASPO nur an Fachleute der grünen Branche und ist diesem Grundsatz und dieser Ausrichtung – wie Sie alle wissen – bis heute treu geblieben. 150 Jahre nach ihrem erfolgreichen Start im Jahre 1867 ist die TASPO heute mit einer Auflage von rund 10.000 Exemplaren die meistgelesene wöchentlich erscheinende Fachzeitung für den grünen Markt.

Waren die Ausgaben der Anfangszeit ausschließlich mit Anzeigen gefüllt, änderte sich das nach dem Krieg. 1943 hatte die TASPO ihr Erscheinen einstellen müssen, um dann 1948 nach fünf Jahren wieder an den Start zu gehen. Mit zusätzlichen Text- und Fachseiten machte sie sich auf Weg zu einer richtigen Fachzeitung. Von ganzen drei Textseiten in den Anfangsjahren mauserte sich der redaktionelle Teil und hat über die Jahrzehnte immer weiter zugelegt. Heute lesen Sie Redaktionelles auf mindestens 20 unserer 24 Seiten.

Titelseiten der TASPO ab 1971 komplett redaktionell gefüllt

Einen besonderen Schub erhielt die Verschiebung zwischen Anzeigen und Redaktion dann noch einmal im Jahre 1971. Ab diesem Jahr waren die Titelseiten der TASPO komplett redaktionell gefüllt. Gleichzeitig waren die 60er und 70er Jahre die Zeit, in der die TASPO mit den meisten Seiten erschien. 48 Seiten insgesamt waren damals keine Seltenheit, davon zwölf Seiten Redaktion und 36 Seiten Anzeigen. Da ist klar, dass auch die Anzeigenseiten ein riesiges Interesse der Leserschaft erweckten.

Besonders die Stellenanzeigen wurden gerne gelesen, bildeten sie doch die gartenbauliche Branche und ihre Entwicklung ab. Ehen wurden über die TASPO ebenso geschlossen, wie Betriebe ab- und weitergegeben.

Da suchte 1961 beispielsweise eine „Blumenbinderin, 39 Jahre, 1,65 groß, schlank, gut aussehend, kath., mit tadelloser Vergangenheit einen netten Berufskollegen mit viel Herz und Freude am Beruf.“ Was aus dieser Anzeige erwachsen ist, wissen wir nicht.

Anzeige in der TASPO Grundlage für die heutige Existenz

Für drei Brüder war eine andere Anzeige in der TASPO jedoch die Grundlage ihrer heutigen Existenz. Ihr Vater hatte sich im August 1954 auf eine Anzeige in der TASPO beworben, in der ein Betrieb „unentgeltlich“ abzugeben war: Holdreich Schachtschneider kam so nach Dötlingen. Die Übernahme zerschlug sich zwar, jedoch gründete er in der Nähe auf einer kleinen Fläche einen eigenen Gartenbaubetrieb. Heute führen die Söhne Udo (Baumschule) Jens (Staudenkulturen) und Olaf (GartenBaumschule) drei jeweils eigenständige Unternehmen in der Gemeinde Dötlingen.

Dies ist nur ein Beispiel unter vielen: Die TASPO begleitet Sie, unsere Leser, schon seit Jahrzehnten – ebenso wie unsere Anzeigenkunden. Und das werden wir natürlich auch in Zukunft weiter tun – trotz Strukturwandels in der Gartenbaubranche und den Veränderungen in der gesamten Medienlandschaft. Die TASPO ist und bleibt Ihr Informationslieferant. Und dies inzwischen nicht mehr nur in gedruckter Form, sondern auch auf den digitalen Wegen.

 

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