Auch der Nützling hat seinen Preis: Kosten sinken während der Projektlaufzeit

0

Eine wirtschaftliche Betrachtung des Nützlingseinsatzes in der Praxis nahm Dr. Ellen Richter von der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Pflanzenschutz im Gartenbau, und Koordinatorin des Projektes, vor. In einigen Betrieben wurden entsprechende Daten erhoben. Berücksichtigt waren dabei alle Komponenten der biologisch-integrierten Verfahren:

- in den Versuchsgewächshäusern eingesetzte Nützlinge,

- in den Versuchsgewächshäusern integrierte Pflanzenschutzmittel, Fungizide und Insektizide,

- für den Einsatz benötigte Arbeitszeit.

Im Vergleich dazu standen die konventionellen Verfahren mit ihren Daten für Pflanzenschutzmittel und den Arbeits-einsatz. Ermittelt wurden alle Kosten nach Art, Häufigkeit und Aufwandmenge. Doch die Kosten sind nicht alleiniges Kriterium für den Nützlingseinsatz, betont Richter. Es gibt weitere bedeutende, ökonomisch nicht direkt bewertbare Vorteile: das persönliche Gesundheitsbewusstsein des Betriebsleiters, eine bessere Qualität der produzierten Pflanzen, ein Ausgleich bei Mangel oder Wirkungsverlust von Pflanzenschutzmitteln sowie eine Resistenzvorbeugung. Ein grundlegender Aspekt ist auch die langfristige, sozio-ökonomische und umweltbezogene Vorteilhaftigkeit des biologischen Pflanzenschutzes. Die Kosten für biologisch-integrierte Verfahren liegen meist im gleichen oder etwas höheren Bereich als die für konventionellen Pflanzenschutz. Doch konnten die Kosten während der Projektlaufzeit bei fast allen Betrieben kontinuierlich gesenkt werden. Ein weiterer Lernprozess ist zu erwarten. Mit zunehmender Fläche sinken die Kosten, was sich besonders bei geringen Stückzahlen an Kulturen im Einzelhandel bemerkbar macht.

Die Gesamtkosten im Gartencenter wurden mit 1,15 Euro pro Quadratmeter Nettofläche im Jahr ermittelt. Im gemischten Endverkaufsbetrieb lagen sie zwischen 0,67 und 0,84 Euro. Bei Topforchideen war der Nützlingseinsatz teurer als der chemische Pflanzenschutz. Aber beides war auch nur eingeschränkt wirksam. Und ein manuelles Nachreinigen verteuert den chemischen Pflanzenschutz. Auch bei Schnittgerbera waren die Nützlinge noch teurer als ein chemischer Pflanzenschutz. Besonders schwierig ist die Bekämpfung der Weißen Fliege. Der Einsatz von Amblyseius swirskii kann helfen. An Euphorbia milii war der Nützlingseinsatz vergleichbar. Integriert wurde NeemAzal-T/S.

Bei Cyclamen betrugen die Kosten für den chemischen Pflanzenschutz im Jahr 2003 pro Quadratmeter 0,21 Euro und fürden integrierte Pflanzenschutz 2006 0,25 Euro. Für die Thrips-Bekämpfung an Cyclamen im Jahr 2003 kostete der chemische Pflanzenschutz 0,16 Euro je Quadratmeter, der integrierte im Jahr 2006 kostete 0,19 Euro. Allein die Blattlaus-Bekämpfung an Cyclamen machte 2003 chemisch 0,134 Euro je Quadratmeter aus und integriert 0,058 Euro im Jahr 2006. Bei den Sommertopfpflanzen lagen die Gesamtkosten für den integrierten Pflanzenschutz pro Pflanzen bei drei bis 4,5 Cent.

 

Leserkommentare


Leider gibt es zu diesem Artikel noch keine Kommentare, schreiben Sie doch den ersten Kommentar!

Diesen Beitrag kommentieren

Benutzeranmeldung

TASPO Login

TASPO NEWSLETTER

Newsletter abonnieren

Meistgelesene Artikel

3

In den Medien ist das Thema illegale genveränderte (GVO) Petunien nach wie vor präsent – allerdings fällt dabei oft unter den Tisch, wie engagiert die einzelnen Züchter darauf reagieren und wie sie sich dafür einsetzen,...

Mehr

Sechs Tonnen Bio-Minigurken musste Gärtner Franz Hagn aus dem unterfränkischen Segnitz innerhalb kürzester Zeit zum Discountpreis an Direktkunden verschleudern. Sonst wäre die Ware vernichtet worden. Er hadert mit...

Mehr

Drei neue Standorte erwirbt Dehner durch die Übernahme der Gartencentergruppe Münsterland. Sie liegen in Münster, Osnabrück und Rheine. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Mehr