Glyphosat: Bürgerinitiative kämpft für Verbot

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Vor allem in der Landwirtschaft kommt Glyphosat zum Einsatz. Foto: Dusan Kostic/Fotolia

Ein Verbot von Glyphosat – das ist das Ziel einer jetzt gestarteten Europäischen Bürgerinitiative (EBI). Mindestens eine Million Unterschriften hoffen die Initiatoren bis Ende Juni sammeln zu können. Danach entscheiden EU-Kommission und -Mitgliedstaaten über eine erneute Zulassung des Herbizids.

Die EU-Kommission hat die Bürgerinitiative offiziell genehmigt – und sieht sich jetzt mit deren Forderungen konfrontiert. Dazu gehören, neben einem Verbot von Glyphosat, EU-weite obligatorische Pestizid-Reduktionsziele und eine unabhängige wissenschaftliche Bewertung von Pflanzenschutzmitteln und den darin enthaltenen Wirkstoffen.

Organisationen aus 13 EU-Ländern stehen hinter Protest gegen Glyphosat

Hinter dem Protest gegen Glyphosat stehen bislang Umwelt- und Bewegungsorganisationen aus 13 Ländern der EU. In Deutschland tragen der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), die Bürgerbewegung Campact, das Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN Germany), das Umweltinstitut München und WeMove.EU die Bürgerinitiative.

„Die Bürger Europas werden der Lobbymacht von Monsanto die Stirn bieten. Ein Pestizid, das im Verdacht steht Krebs auszulösen, hat in einer modernen, bäuerlichen Landwirtschaft nichts zu suchen“, so Campact-Geschäftsführer Christoph Bautz.

BUND: Glyphosat maßgeblich verantwortlich für Artensterben

In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger und fordert von der EU-Kommission, „den Schutz unserer Lebensgrundlagen klar über die Profitinteressen der Pestizidhersteller“ zu stellen. Glyphosat sei maßgeblich verantwortlich für das Artensterben in der Agrarlandschaft, so Weigers Argumentation. Daher dürfe es für Glyphosat keine Wiederzulassung geben.

 

Comments (1)

  1. Frank Teitscheid at 21.06.2017
    Sehr geehrter Herr Rukwied,
    wie können Sie als oberster Vertreter des deutschen Bauernverbandes und damit des Verbandes, der führend verantwortlich für unser aller Lebensmittel ist, nach wie vor die weitere Zulassung von Glyphosat fordern, wenn doch sogar in einer Studie, die Monsanto, der Hersteller von Glyphosat, selbst in Auftrag gegeben hat, festgestellt wird, dass dieses Mittel krebserregend ist. Die Studie war wohl bis vor kurzem bei Monsanto unter Verschluß....warum wohl ?!?!? .....und ist nun aufgedeckt worden. Auch die WHO hat das Mittel als "wahrscheinlich Krebs erregend" eingestuft und nur von Monsanto nachweislich "gekaufte", sogenannte Wissenschaftler haben das Gegenteil "bewiesen"?!?!?
    Meines Wissens gilt in Deutschland und innerhalb der EU, ganz im Gegensatz zu den USA immer noch das Vorsorgeprinzip und das bedeutet, dass u.a. ein Produkt nicht zuzulassen ist, wenn auch nur der geringste Zweifel besteht, dass dieses schädlich ist......das scheint mir bei Glyphosat ausser Frage zu stehen.
    Selbst Bau- und Pflanzenmärkte nehmen Glyphosat-haltige Präparate aufgrund dieser Sachlage mit und mit vorsorglich (!) aus dem Sortiment.
    Ist es nicht grob fahrlässig, solch ein Mittel weiterhin zuzulassen und einzusetzten?!, bzw. dessen weitere Zulassung (egal ob nun 10 oder 15 Jahre) zu fordern?!?!
    Sie haben als Lebensmittel-Produzenten eine hohe Verantwortung gegenüber der Bevölkerung, die weitestgehend von diesen Lebensmitteln abhängig ist. Bitte werden Sie dieser Verantwortung gerecht.

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