Friedhofsgärtner: Grabpflegevorsorge muss Schonvermögen sein

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Trafen sich auf dem Friedhof in Langenhagen, um über das Thema Schonvermögen für die Bestattungs- und Grabpflegevorsorge zu sprechen (v. l.): Horst Rechter, Caren Marks, Birgit Ehlers-Ascherfeld und Armin Kalbe.

Wer in Deutschland Sozialhilfe beantragt, bekommt von den zuständigen Ämtern ein sogenanntes „Schonvermögen“ zuerkannt. Dazu gehören auch Vorsorgeverträge für Bestattung und Grabpflege – was allerdings nicht alle Ämter bundesweit umsetzen. Deutschlands Friedhofsgärtner setzen sich deshalb für einen entsprechenden Erlass ein.

Dieser soll die Sozialämter über die geltende Rechtslage aufklären. Laut Urteil des Bundessozialgerichts aus dem Jahr 2008 gilt das Antasten einer angemessenen Bestattungs- oder Grabpflegevorsorge als nicht zumutbare Härte.

Schonvermögen: Nicht alle Sozialämter erkennen Grabpflegevorsorge an

„Beim Thema Schonvermögen konnten wir mit vielen Einzelfallbeispielen deutlich aufzeigen, dass Sozialämter häufig Betroffene oder deren Angehörige zwingen wollen, mühsam angesparte Sicherheiten für eine angemessene Grabpflegevorsorge, trotz eindeutiger Rechtsprechung, aufzugeben“, sagt Birgit Ehlers-Ascherfeld, Vorsitzende des Bunds deutscher Friedhofsgärtner (BdF).

Zusammen mit Armin Kalbe, Geschäftsführer der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, und Horst Rechter, Fachverbandsvorsitzender der Friedhofsgärtner im Wirtschaftsverband Gartenbau für Niedersachsen und Bremen, hat sich die BDF-Vorsitzende jüngst mit der Parlamentarischen Staatssekretärin des Bundesfamilienministeriums, Caren Marks, getroffen, um einen entsprechenden Erlass zu diskutieren.

Friedhofsgärtner: Rechtsanspruch auf angemessene Bestattungs- und Grabpflegevorsorge

„Wir brauchen Politiker wie Caren Marks, um die Rechtslage nachhaltig durchzusetzen“, so Ehlers-Ascherfeld. „Es ist unser langfristiges Ziel, dass mittels eines Erlasses die Sozialämter über die Rechtslage nachhaltig aufgeklärt und dazu aufgefordert werden, den Rechtsanspruch der Hilfesuchenden auf eine angemessene Bestattungs- und Grabpflegevorsorge gelten zu lassen.“

Marks habe bei dem Treffen mit Vertretern aus der Friedhofsgärtner-Branche in Aussicht gestellt, dass seitens der Politik ein entsprechender Erlass zum Schonvermögen an die Sozialämter herausgegeben wird, informiert der BdF.

 
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