Schweizer entdecken neues Moos

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Schweizer Forscher haben das Gezähnte Goldhaarmoos als neue Art entdeckt. Foto: Michael Lüth

Ein neues Moos haben zwei Forscher der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL entdeckt. Die bislang unbekannte Art gehört zur Gattung der Goldhaarmoose und wurde wegen ihrer gezähnten Blattspitzen auf den Namen Gezähntes Goldhaarmoos (Orthotrichum dentatum) getauft.

„Die gezähnten Blattspitzen und die haarige Kalyptra sind die wichtigsten Merkmale, um das neue Moos von ähnlichen Arten zu unterscheiden“, so Thomas Kiebacher. Der WSL-Botaniker hatte das Gezähnte Goldhaarmoos 2014 während Forschungsarbeiten in Südtirol entdeckt – nicht ahnend, dass er auf eine neue Art gestoßen war.

Neue Moosart auch im Tessin gefunden

Erst als einige Wochen später Kiebachers Kollege Michael Lüth im Kanton Tessin ebenfalls ein Moos fand, das dieselben ungewöhnlichen Härchen auf der Kapselhaube (Kalyptra) aufwies, durchforsteten die beiden Botaniker die einschlägige Literatur. Dabei stellten sie fest, dass ihre beiden Fundstücke zu keiner der Wissenschaft bekannten Moosart gehören.

„Ich war äusserst überrascht, in einer so gründlich erforschten Region wie den europäischen Alpen noch eine neue Moosart zu finden“, so Kiebacher. Außer in Südtirol und im Tessin haben er und sein Kollege Lüth das Gezähnte Goldhaarmoos bisher noch im Schweizer Kanton Appenzell Ausserrhoden gefunden.

Meist nur wenige Moospflanzen auf einem Baum

„Tatsächlich ist die neue Art gebietsweise relativ häufig. Da aber meistens nur wenige von den nur fünf Millimeter kleinen Moospflanzen auf einem Baum vorhanden sind, sieht man sie zwischen anderen, viel größeren Moosen kaum“, sagt Kiebacher.

Laut seinen Entdeckern wächst das Gezähnte Goldhaarmoos auf nährstoffreicher Rinde von Laubbäumen wie Linden und Walnussbäumen und bevorzugt offene Orte in Bergregionen, in Höhen zwischen 500 und 1.400 Metern über dem Meeresspiegel.

 
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