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Gartencenter 2050: Wie sieht der Store der Zukunft aus?

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Wie sieht der Store der Zukunft aus? Wohin wird sich der stationäre Handel wandeln? Was treibt den Kunden morgen noch in das Fachgeschäft? Welche Sortimente sind zukunftsfähig? Verbraucher, Händler und Hersteller stehen an der Schwelle zu riesigen Veränderungen. Hintergründe und Zukunftsszenarien, Strategien und Schlüsseltechnologien beschreibt die TASPO GartenMarkt Sonderausgabe „Gartencenter 2050“.

Fach-Gartencenter sind mit ihrer Atmosphäre, den frischen Pflanzen und duftenden Blumen ein Wohlfühlort.

Sehnsucht der Kunden nach Vertrautem wächst

Das Einkaufsverhalten in Deutschland in Zahlen zeigt es eindeutig: Online treibt den Markt und das sogar um den Faktor 10! Laut IFH-Schätzungen wurden hierzulande im Jahr 2018 rund 63 Milliarden Euro online umgesetzt. Stationäre Händler holten online weiter auf, weist die IFH-Studie „Branchenreport Onlinehandel 2018“ aus.

Doch in gleichem Umfang, wie die Digitalisierung, die künstliche Welt, sich ausbreitet, wächst die Sehnsucht der Kunden nach Vertrautem. Nach Kaufen bei echten Menschen, nach Nähe und Natur. Gute Chancen also für den Gartenmarkt der Zukunft!

Fach-Gartencenter als Gegenpol zur virtuellen Welt

Fach-Gartencenter sind schon jetzt mit ihrer Atmosphäre, dem Duft von Blumen oder den frisch gebackenen Waffeln in der Gastronomie, der Gewächshaus-Architektur ein Wohlfühlort, der auch in Zukunft als Gegenpol für die verwirrende virtuelle Welt gefragt sein wird. Mit echten Events und unter die Haut gehenden Erlebnissen kann man sich gegenüber Alexa & Co. positionieren und sogar die Generation Z gewinnen.

Diese selbstbestimmte und glückliche Kundschaft konsumiert online, aber auch im Laden, jedoch nur dann, wenn es der eigenen Persönlichkeit einen Gewinn bringt – der Trend geht unaufhaltsam weiter zur Individualisierung. Sie muss jetzt für den Garten, die Natur gewonnen werden, mahnt OC&C Experte Christoph Treiber in der TASPO GartenMarkt Sonderausgabe „Gartencenter 2050“ (Seite 47). Zählt sie doch zu den wichtigsten Kundengruppen von morgen.

Kommt das Outlet-Gartencenter in der Stadt?

Denn was wird aus der Branche, wenn nur noch ein geringer Teil der Menschen etwas für seinen Balkon braucht und der Garten zum Privileg der wenigen geworden ist, die noch auf dem Land wohnen? Wichtige Fragen, auf die die Branche eine Antwort finden muss (Seite 40).

Der Store der Zukunft folgt nicht dem einen Rezept, doch die Mischung aus Showroom-, Event- und Community-Konzept könnte ein erfolgversprechendes Format auch für Gartencenter sein. Insbesondere im urbanen Raum besteht Bedarf. Kommt nun doch das viel diskutierte Outlet-Gartencenter in der Stadt? Läden, wo sich Menschen einer Glaubensrichtung treffen und sich über Urban Gardening austauschen – moderiert vom Gartencenter (Seiten 38, 47, 48/49)?

Kunden wünschen sich Empathie und Werte

Der Wunsch, dazuzugehören, ist die größte Triebfeder im Menschen. Erfolgreicher Handel wird den Menschen dieses Zugehörigkeitsgefühl vermitteln. Davon ist Prof. Peter Wippermann überzeugt: „Soziale Nähe herzustellen und zu fördern wird für den Handel 2036 zur wichtigsten Aufgabe“, postuliert der Hamburger Trendforscher im Whitepaper „Zukunft des Konsums“.

Bei allem technologischen Fortschritt sehnt der Kunde sich nach sozialer Zuwendung, so seine These: „Die Verbindung zum Kunden hält der Handel nur über Empathie und Werte.“ Da sind Gartencenter ganz weit vorne!

Kunden erwarten zunehmend Angebote, die auf sie zugeschnitten sind und ihre persönlichen Vorlieben berücksichtigen. Digitale Assistenz gewinnt hier immer mehr an Bedeutung. Welche spannenden Anwendungsmöglichkeiten sie für den Handel bietet, verrät Alexander Zerdick, Director Google Deutschland, in der TASPO GartenMarkt Sonderausgabe „Gartencenter 2050“ im Interview (Seite 42).

Könnten auch für Gartencenter passen: Future-Store-Konzepte

Überhaupt wird Künstliche Intelligenz (KI) den Handel maßgeblich verändern (Seite 54/55). Vor allem im Bereich der vorausschauenden Datenanalyse (Predictive Analytics) wird sie eine tragende Rolle spielen, erwarten Händler im Whitepaper „Smart Store“ von EHI und Microsoft.

Angesichts des Flächensterbens erfindet der Handel sich selbst und seine Läden neu. Vielversprechende Ansätze, die auch für Gartencenter passen könnten, lassen unsere Future-Store-Konzepte auf Seite 50/51 sowie die Best Cases auf Seite 48/49 erkennen. Fast schon eine Pilgerstätte für Instagramer & Co. ist das innovative Store-Konzept „die Welle“ von L+T. Dort macht Wow-Experience den Point of Sale zum Point of Emotion.

Ganz leise hat sich der Fahrradfachhandel 2018 laut Statistischem Bundesamt an die Spitze der Umsatzzuwächse von allen Einzelhandelssparten bewegt. Sein Erfolgsgeheimnis: Curated Shopping, auf spezielle Bedarfe der Kunden maßgeschneiderte, kuratierte Produkte verknüpft mit Service. In der Dienstleistung sehen denn auch die von uns befragten Gartenhändler und Experten eine wichtige Säule für die Zukunft der Branche (Seite 41).

Kunde darf im Fachgeschäft entschleunigen

Das Beste zum Schluss: Im Fachgeschäft darf der Kunde sein, wer er ist: Mensch. Hier darf er entschleunigen. Die Stärke des stationären Handels wird im Austausch mit echten Mitarbeitern liegen, verknüpft mit Digitalem. Das lokale Fachgeschäft von morgen ist zugleich „slow“ und „smart“. Ob Augmented Reality oder Natur erleben – der Kunde von morgen schätzt beides (Seite 52).

Die TASPO GartenMarkt Sonderausgabe erscheint am 3. Mai als gedruckte Verlagsbeilage zusammen mit der TASPO 18/2019. Außerdem können Sie „Gartencenter 2050“ hier als E-Paper lesen.