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Neues TASPO dossier: Kann der Gartenbau auch ohne Torf?

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Spätestens, wenn die Corona-Präsenz abflacht, werden Themen wie Nachhaltigkeit und CO2-Problematik wieder in den Fokus rücken. „Torf – kann der Gartenbau auch ohne ihn?“ lautet deshalb die Frage, die unser neues TASPO dossier umfassend beleuchtet.

Beste Qualität: Erwin Seidemanns torffrei kultivierte Primeln. Foto: Seidemann

Torffreie Produktion steckt noch in den Kinderschuhen

„Eigentlich sollte man längst nicht mehr fragen, ob man auf Torf verzichten muss, sondern nur noch, wie“, brachte es kürzlich ein Betriebsinhaber auf den Punkt. Aber ist der Gartenbau wirklich schon so weit? Glaubt man den Stimmen verschiedener Branchenvertreter der Tagung „Torfminderung“, im Februar veranstaltet vom Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin, so könnte es künftig vermehrt der Kunde sein, der Druck macht und torffrei nachfragt. Das bestätigen Aussagen aus dem Gartencenter- und Lebensmitteleinzelhandelsbereich im neuen TASPO dossier.

Die große Frage ist derzeit noch, wie der Gartenbau diese – übrigens auch vom Bundeslandwirtschaftsministerium durch eine Aufklärungskampagne forcierte – künftig steigende Nachfrage nicht nur mit Erden, sondern auch mit seinen Pflanzenprodukten bedienen kann. Noch steckt die torffreie Produktion im Gros der Betriebe nämlich in den Kinderschuhen. Gut deshalb, dass Forschung, Versuchswesen und Praxis hier gemeinsam große Schritte in Richtung torffrei gehen, wie wir Ihnen im TASPO dossier aufzeigen.

Viel Kultur- und Pflanzenwissen für torffreie Produktion notwendig

Wer im Anbau Torf reduziert oder sogar ganz darauf verzichtet, kann nicht einfach „wie immer“, mit Standard-Kulturrezepten, arbeiten: Es braucht viel Kultur- und Pflanzen-Know-how, Wissen um biologische, chemische, physikalische Zusammenhänge. Beispiele wie das des österreichischen Anbauers Erwin Seidemann, den wir im neuen TASPO dossier vorstellen, machen das deutlich. Der Inhaber der Bio-Blumengärtnerei Seidemann im österreichischen Völs hat im Jahr 2014 „Nägel mit Köpfen“ gemacht und innerhalb von nur drei Monaten seine komplette Kräuter- und Gemüseproduktion von einem Torfanteil von 40 Prozent auf komplett torffrei umgestellt. Sechs Jahre antasten und ausprobieren hat es gedauert, bis Seidemann die optimale Mischung gefunden hatte, die in allen seinen Kulturen funktioniert.

„Die torffreie Produktion funktioniert, wenn der Gärtner um die Eigenschaften der Torfersatzstoffe weiß und sie entsprechend berücksichtigt, seine Kultur beispielsweise durch regelmäßige Proben begleitet“, lautet auch das Fazit von Robert Koch von der LVG Heidelberg nach einer ganzen Reihe an Kulturversuchen mit praxiserprobten Kombinationen geeigneter Torfersatzstoffe. In einer Grafik hat die LVG Heidelberg für Gärtner die wichtigsten Eigenschaften verschiedener Substratausgangsstoffe übersichtlich zusammengefasst: Ein Stoff, der viele rote Felder in der Übersicht – die Sie hier als PDF downloaden können – aufweist, bringt ein höheres Kulturrisiko mit sich.

Warum der eine oder andere Betrieb noch nicht so recht torffrei sein will

Das neue TASPO dossier zeigt aber auch: Wer es wagt, torffrei zu kultivieren, kann Vorteile haben – in der Pflanzenqualität, im Image, im Absatz. Nur zahlt sich das derzeit ökonomisch noch nicht unbedingt aus. Bleibt deshalb zu hoffen, dass Handel und Kunden hier künftig kräftig mitziehen. Viele Hürden also, die verständlich machen, warum der eine oder andere Betrieb im Moment noch gar nicht so recht torffrei sein will.

Das TASPO dossier „Torf – kann der Gartenbau auch ohne ihn?“ erscheint am 22. Mai zusammen mit der TASPO 21/2020 und kann in unserem Online-Shop abgerufen werden.

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