Pflanzenschutzmittel: Notfallzulassung für Wakil XL

Veröffentlichungsdatum: , Constanze Doll, Pflanzenschutzdienst NRW

Erbsenanbau im Freiland. Symbolbild: Ruslana Babenko/Pixabay

Bei frischen Kräutern muss derzeit auf Falschen Mehltau geachtet werden, meldet der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Außerdem wurde eine Notfallzulassung für das Pflanzenschutzmittel Wakil XL zur Saatgutbehandlung im Freiland in Erbse und Buschbohne erteilt.

Notfallzulassung für Wakil XL in Erbse und Buschbohne

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) genehmigt das Inverkehrbringen und die Anwendung von Wakil XL (Cymoxanil, Metalaxyl-M) zur Saatgutbehandlung im Freiland in Erbse und Buschbohne gegen Botrytis cinerea, Falscher Mehltau (Peronospora pisi), Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi), Pythium- und Fusarium-Arten. Die genehmigten Mengen wurden begrenzt.

I. Zur Produktion von Saatgut (5. September 2022 bis 2. Januar 2023) auf 6.720 Kilogramm, ausreichend für die Aussaat von: Erbse 3.486 Hektar (871 Tonnen Saatgut), Buschbohne 800 Hektar (50 Tonnen Saatgut)

II. Produktion von Saatgut zur ausschließlich innergemeinschaftlichen Verbringung nach Italien (5. September 2022 bis 2. Januar 2023) auf 5.110 Kilogramm für 9.633 Hektar: Erbse 8.839 Hektar (2.210 Tonnen Saatgut), Buschbohne 794 Hektar (50 Tonnen Saatgut)

III. Innergemeinschaftliche Verbringung von Saatgut aus Frankreich und Ungarn nach Deutschland (10. November 2022 bis 9. Februar 2023): Erbse aus Frankreich 10.500 Hektar (2.625 Tonnen Saatgut), Erbse aus Ungarn 1.000 Hektar (250 Tonnen Saatgut)

IV. Aussaat in Deutschland (1. April 2023 bis 29. Juni 2023) des produzierten (I.) und importieren (III.) Saatgutes in Deutschland. Die Menge wird auf 13.180 Kilogramm für eine Fläche von 23.986 Hektar begrenzt (Erbse, Buschbohne, Futtererbse).

Weitere Informationen zum Präparat, zu Kultur, Aufwand, Anwendung und Wartezeit sind in dieser Tabelle aufgeführt.

Frische Kräuter: auf Falschen Mehltau achten

Die aktuellen nachtfeuchten Bestände und hohe Tagestemperaturen fördern eine Infektion von Falschem Mehltau in frischen Kräutern. Der Erreger zeigt sich in Form von fahlen oder schwarzbraunen Flecken auf den Blättern, die durch die Blattadern jeweils begrenzt sind. Je nach Luftfeuchtigkeit bildet sich blattunterseits ein grauweißer Sporenbelag.

Um Falschen Mehltau zu verhindern, ist im Gewächshaus durch ausreichendes Lüften auf trockene Bestände zu achten. Bei einem Anfangsbefall können zur Bekämpfung im Gewächshaus zum Beispiel Revus oder Forum zum Einsatz kommen. Zu beachten ist, dass Orvego nur in Basilikum-Arten und Salbei zugelassen ist.

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