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Sortimente: Immergrüne Rhododendron für den Klimawandel

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Welche immergrünen Rhododendron sind hitze-, trockenheits- und sonnenverträglich? Diese Frage wurde in den letzten Jahren immer drängender. Erfahrungen zeigen, in welche Richtung sich das Sortiment bewegen könnte, um auch in Zukunft gut aufgestellt zu sein.

An Naturstandorten in Szechuan (China) steht Rhododendron decorum zusammen mit anderen Arten auf ausgelaugten Hängen in voller Sonne. Foto: Dr. Hartwig Schepker

Hohe Temperaturen meist gleichbedeutend mit niedriger Luftfeuchte

Jeder der eingangs genannten, für Rhododendron potenziell schädlichen Einflüsse kann für sich ein Problem darstellen, sie treten aber häufig in Kombination auf. Hohe Temperaturen sind in unseren Regionen zumeist gleichbedeutend mit niedrigen Luftfeuchten. In den Gebirgsregionen ihrer Heimatgebiete im Kaukasus oder im Himalaya erfahren die Pflanzen auch bei höheren Sommertemperaturen in der Regel Schutz durch Regen oder Nebel – und dadurch weiterhin hohe Luftfeuchten. Wenn dieses Optimum in Kultur nicht vorliegt, kommt es bei Hitze schnell zu Problemen. Trockenheit muss nicht zwangsläufig mit Hitze zusammenhängen – man denke an das Phänomen Frosttrocknis –, tritt aber häufig zeitgleich auf.

Extreme Temperaturen schädigen gelegentlich aber auch selbst gut mit Wasser versorgte Pflanzen. Schäden durch starke Sonneneinstrahlung können auch in Jahren ohne lange Hitzeperioden vorkommen, manchmal reicht bereits ein einziger Tag mit extremer Einstrahlung. Eine Unterscheidung dieser drei Facetten ist also durchaus hilfreich bei der Bewertung in Frage kommender Rhododendron-Arten und -Sorten, die jeweils unterschiedlich gegenüber Hitze, Trockenheit und Sonne adaptiert sein können.

Reihe von immergrünen Rhododendron-Sorten anfällig für Sonnenbrand

Für die marktrelevanteste Gruppe der klassischen immergrünen Rhododendron mit großen Blüten (zum Beispiel ‘Roseum Elegans’, ‘Nova Zembla’) ist die eingangs gestellte Frage besonders schwierig zu beantworten. Sonnenbrand ist bei diesen Pflanzen sicherlich kein neues Thema (Schepker 2010), hat aber in den letzten drei Jahren bislang nicht gekannte Ausmaße angenommen. Gerade in den Monaten, in denen die Sonne ihren höchsten Stand erreicht, fehlen die Wolken in sommerlichen Regenperioden als Schutz vor der Globalstrahlung, und so kommt es vermehrt zu Sonnenbrand. Es gibt eine Reihe von immergrünen Sorten, die bekannt für ihre Sonnenbrand-Anfälligkeit sind. Bei vielen anderen, auch weitverbreiteten Sorten hätte man eine Sonnenbrandgefahr bislang hingegen verneint. Doch die Sommer der Jahre 2018 bis 2020 haben uns eines Besseren belehrt.

Sorten, die als sonnen- und trockenheitsverträglich gelten

Eine Auflistung anfälliger oder weniger anfälliger Sorten hat aber nur eine begrenzte Aussagekraft, da die Anfälligkeit für Sonnenbrand je nach Gartenstandort und den konkreten Bedingungen vor Ort unterschiedlich sein können. Ein paar generelle Aussagen zu sonnenverträglicheren, immergrünen, großblumigen Sorten sind jedoch möglich. Nach den Erfahrungen verschiedener Kultivateure in Norddeutschland gelten die polyploiden Sorten ‘August Lamken’, ‘Caruso’, ‘Frentano’, ‘Haithabu’, ‘Pearce’s American Beauty’ und ‘Walküre’ als gut sonnen-, aber auch trockenheitsverträglich.

► Den ausführlichen Fachbeitrag über immergrüne Rhododendron für den Klimawandel mit vielen weiteren hitze- und trockenheitsverträglichen Arten und Sorten – unter anderem auch kleinblättrigen und kleinblumigen – lesen Sie in Deutsche Baumschule 4/2021, die am 20. April erscheint. Darüber hinaus können Sie hier das Literaturverzeichnis zum Beitrag als PDF downloaden.

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