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Straßenbäume und Klimawandel: zukunftsträchtige Arten und Sorten

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Rund 70 Prozent der Straßenbäume in Deutschland entfallen auf lediglich sechs Baumarten/-gattungen, die inzwischen alle von mehr als einer Krankheit oder Schädlingsart befallen sind. Ihre Verwendbarkeit zumindest an Extremstandorten ist damit für die Zukunft stark eingeschränkt. Schädlinge und Klimawandel machen eine Verbreiterung der Auswahl unumgänglich. Verschiedene Versuchsanordnungen geben dazu Empfehlungen.

Straßenbäume an innerstädtischen Standorten stehen häufig unter Stress. Foto: Dr. Philipp Schönfeld

Straßenbäume stehen häufig unter Stress

Straßenbäume an innerstädtischen Standorten stehen häufig unter Stress: zu kleine Baumscheiben, ungeeigneter und/oder verdichteter Boden, Luftmangel, Trockenstress, Schadstoffemissionen und so weiter. Hinzu kommen die Folgen der Klimaveränderung mit erhöhten Lufttemperaturen, die in der Stadt noch einmal acht bis zehn Grad höher liegen können als im Umland, mit immer länger andauernden Trockenperioden, mehr Starkregenereignissen und Stürmen.

Auf derart vorbelastete Bäume treffen die altbekannten Schädlinge und Krankheiten sowie neue Arten, die vom Klimawandel profitieren.

Suche nach den Baumarten der Zukunft

Die Frage nach den Baumarten der Zukunft wirft sowohl bei den verantwortlichen Planern als auch den Baumschulen viele Unsicherheiten hervor. Der Informations- und Beratungsbedarf bei Produzenten wie Verwendern ist groß.

Um hier zu zuverlässigeren Angaben zu kommen, finden seit einigen Jahren in verschiedenen Forschungsinstitutionen und Verbänden Versuchspflanzungen statt. Zu nennen ist hier unter anderem das Projekt „Stadtgrün 2021“ des Instituts für Stadtgrün und Landschaftsbau der LWG Veitshöchheim (2009 bis 2021) mit 30 Baumarten an drei bayerischen Standorten.

Baumschulen stellen Klimabaumlisten zusammen

Die notwendigen Wechsel in der Baumartenwahl beschäftigen naturgemäß in ganz besonderem Maße die Baumschulen, die die Bäume kultivieren müssen, ehe sie geplant und letztendlich gepflanzt werden können. Da es zehn bis 15 Jahre dauert, bis ein Hochstamm mit einem Stammumfang von 20 bis 25 Zentimetern produziert ist, haben einige Baumschulen aufgrund ihrer praktischen Erfahrungen und Einschätzungen eigene Klimabaumlisten erstellt und veröffentlicht.

Fasst man sämtliche in den Versuchen und Empfehlungslisten aufgeführten Baumarten in einer Tabelle zusammen, kommt man auf rund 110 Arten und Sorten. Als Entscheidungshilfe für Planer und Baumschulen ist diese hohe Artenzahl jedoch ungeeignet.

Download: Liste mit 43 zukunftsträchtigen Straßenbäumen

In unserer Tabelle wurden deshalb nur die Arten aufgenommen, die in mindestens drei der oben aufgeführten Listen genannt wurden. Damit verringert sich die Zahl der Baumarten und -sorten auf 43. Diese Liste dürfte als Diskussionsgrundlage im Großen und Ganzen die Kerngruppe der Arten enthalten, die aktuell von der Mehrheit der Fachleute aus Forschung, Planung und Baumschulen als zukunftsträchtig angesehen wird.

Die Liste mit den 43 zukunftsträchtigen Straßenbäumen können Sie hier downloaden.

Mehr zum Thema „Straßenbäume und Klimawandel“, dramatischen Veränderungen im Sortiment und der weiteren Suche nach neuen, widerstandsfähigen Baumarten lesen Sie in der Mai-Ausgabe von Deutsche Baumschule, die Sie im TASPO Online-Shop abrufen können.