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Versuch: verkaufsfertige Topf-Tomaten mit Früchten

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Die Nachfrage nach Naschgemüse für Balkon und Terrasse nimmt immer mehr zu. Für Gärtnereien ist das ein interessantes Produkt im Anschluss an die Beet-und Balkonpflanzen-Saison. Besonders gefragt sind dabei Pflanzen, die schon einen Fruchtansatz zeigen. Die LWG Veitshöchheim prüfte daher bei zehn Sorten Balkontomaten, ob bei einer Aussaat in KW 6 für KW 19 verkaufsfertige Ware mit mindestens einer ausgefärbten Frucht erzeugt werden kann.

Die Topf-Tomaten-Sorte ‘Verino Mini’ zehn Wochen nach Aussaat: links D 400 mit Cocopor, rechts ZB 9 (torffrei). Foto: LWG Veitshöchheim

Hummelvolk für bessere Bestäubung der Tomaten-Pflanzen

Sechs Sorten wurden in KW 9 ausgesät. Die Anzucht erfolgte jeweils in einem konventionellen B+B-Pflanzen-Substrat und einem torffreien. Zehn Sorten wurden in Woche 6 ausgesät, Funnyplums und Plumbrella in Woche 9. Alle Pflanzen wurden ab Keimblattstadium 16 Stunden mit 80 µmol/m²s belichtet. Für eine bessere Bestäubung wurde ein Hummelvolk eingesetzt.

Das Topfen erfolgte drei Wochen nach der Aussaat in 13cm- oder 17cm-Töpfe mit D 400 mit Cocopor und zum Vergleich das torffreie Substrat ZB 9 (Erdenwerk Stender, Schermbeck).

Fruchtansatz bei allen Topf-Tomaten-Sorten in KW 19

In Woche 19 wiesen alle Sorten einen Fruchtansatz auf, ‘Verino Mini’, ‘Verino’ und ‘James’ zeigten auch schon erste farbige Früchte. Die sehr starkwüchsigen Sorten ‘Lizzano’ und ‘Megabyte’ sind für eine Vermarktung mit Früchten weniger geeignet. Bei ‘Megabyte’ trat ab Woche 17 Blütenendfäule auf, die in der Freilandphase nicht mehr festzustellen war.

In Woche 16 (Satz 1) und 17 (Satz 2) wurden Höhe und Durchmesser, der Fruchtansatz, die Bewurzelung sowie der Gesamteindruck in den beiden Substraten bewertet. Zwischen den beiden Substraten ergaben sich nur geringe Unterschiede hinsichtlich Höhe und Durchmesser. Nur die starkwüchsige ‘Megabyte’ wuchs im torffreien Substrat kompakter, war für eine Verkaufsqualität im 17cm-Topf mit über 60 Zentimetern Höhe aber immer noch zu groß.

Wurzelqualität im torffreien Substrat durchweg schlechter

Im Durchschnitt waren die Unterschiede bei der sichtbaren Wurzelmenge in den beiden unterschiedlichen Substraten gering. Die Wurzelqualität hingegen war im torffreien Substrat durchweg schlechter als im konventionellen. Möglicherweise führte das dazu, dass alle Sorten bei der torffreien Variante weniger Blütenstände aufwiesen.

Mehr zum Versuch der LWG Veitshöchheim lesen Sie in der TASPO 29/2019. Den ausführlichen Versuchsbericht können Sie außerdem hier als PDF downloaden.