Ausbildung Landschaftsgärtner: Über den Dächern der Stadt

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Christian Werminghaus machte eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner und begrünt Dächer besonders gerne. Foto: AuGaLa

Was macht ein angehender Landschaftsgärtner über den Dächern der Stadt? Das Ausbildungsförderwerk Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau wirft in folgender Reportage einen genauen Blick auf den Auszubildenden Christian Werminghaus und die vielen Facetten des grünen Berufs.

Nach dem Abi Ausbildung zum Landschaftsgärtner

Eigentlich wollte er zunächst nur ein Praktikum machen. Doch dann entschied sich der Abiturient Christian Werminghaus, direkt eine Ausbildung zum Gärtner Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau, kurz Landschaftsgärtner, zu beginnen. Nach seinem Schulabschluss standen ihm eine Vielzahl an Ausbildungsberufen und Studiengänge offen.

Dass er sich für das Anlegen und Pflegen von Grünanlagen entschied, liegt an seinem Interesse für Natur und Umwelt: „Mein Großvater ist Jäger und hat mich daher immer wieder mit in den Wald genommen. Ich bin sozusagen mit Bäumen, Pflanzen und Natur aufgewachsen. Ich habe mich nach Berufen in der grünen Branche umgesehen und bin dabei auf den Landschaftsgärtnerbetrieb gestoßen, bei dem ich heute meine Ausbildung mache.“

13 junge Menschen lernen, wie man Dächer begrünt

Christian Werminghaus hat sich bei Gartenhof Küsters, einem größeren mittelständischen Betrieb für Landschaftsbau beworben. Hier werden 13 junge Menschen ausgebildet, jeder mit einem eigenen Ausbilder, sodass sich ausreichend Gelegenheiten bieten, die verschiedenen Aufgabenbereiche des Berufes kennenzulernen – Pflanzen, Schneiden und alles, was zur Pflege von Gärten, Parks und Grünanlagen dazugehört. Ein Bereich begeistert Werminghaus besonders: die Dachbegrünung, auf die er sich in seinem späteren Berufsleben gerne spezialisieren will.

„Immer mehr Flächen werden versiegelt – durch Bebauung oder Pflasterung. Doch Grünflächen tragen dazu bei, dass bei starken Regenfällen das Wasser langsamer versickern kann und sie sorgen für ein besseres Klima und reinere Luft. Mit der Begrünung von Dächern können wir einen Beitrag leisten, wieder mehr Grün in die Städte zu bringen“, erklärt der angehende Landschaftsgärtner. Besonders spannend war es für den Auszubildenden, bei dem Neubau mehrerer Dachgärten mitwirken zu können. Es sind aber auch ganz praktische Dinge, die dem Neunzehnjährigen an seiner Arbeit über den Dächern Düsseldorfs gefallen. „Man trägt Verantwortung für eine technisch anspruchsvolle Pflanzung und ganz nebenbei genieße ich die Aussicht.“

Landschaftsgärtner setzen modernste technische Hilfsmittel ein

Der Einsatz von Technik spielt in der Ausbildung eine große Rolle. Nach einer entsprechenden Schulung und Einweisung durch seinen Ausbilder darf Werminghaus nun sogar größere Maschinen bedienen. Viele Arbeiten werden heute durch den Einsatz von technischen Hilfsmitteln erleichtert. „Die Arbeit bleibt zwar körperlich anstrengend, ich sehe das aber eher als Herausforderung. Vor allem sitze ich hier nicht den ganzen Tag in Räumen, wie in der Schule.“

Rat für die Ausbildung: Hobby zum Beruf machen

Wer noch auf der Suche nach dem richtigen Beruf ist, dem rät Auszubildender Werminghaus: „Man sollte sein Hobby zum Beruf machen. Ich habe mich gefragt, wofür ich mich auch außerhalb der Schule interessiere und dann nach passenden Berufen gesucht.“ Vor seiner Ausbildung hat Christian Werminghaus ein Praktikum in einem anderen handwerklichen Beruf gemacht. „Es war für mich eine gute Erfahrung, das mal selbst auszuprobieren. Mir hat aber das Arbeiten an der frischen Luft mit Pflanzen gefehlt. Das gehört für mich einfach dazu. Sogar die lateinischen Pflanzennamen lerne ich gerne. Schließlich ist das etwas, was nicht jeder weiß.“

Das Ausbildungsförderwerk Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (AuGaLa) will dieses Interesse bei Auszubildenden fördern. „Unter anderem bieten wir Ihnen eine App fürs Smartphone, mit der die angehenden Landschaftsgärtner direkt vor Ort nach Namen und Eigenschaften von Pflanzen suchen können“, erklärt Thomas Wiemer, AuGaLa-Referent für Nachwuchswerbung. Von der Azubi-Jobbörse über Filme zum Beruf bis zur Vergütung: Unter www.landschaftsgaertner.com bietet das Ausbildungsförderungswerk viele interessante Informationen für angehende Auszubildende.

Zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten für Landschaftsgärtner

Weil er mit Abitur in die Ausbildung ging, konnte Christian Werminghaus direkt ins zweite Lehrjahr einsteigen und die Ausbildungszeit um zwölf Monate verkürzen. Nach seiner Prüfung will er ein Ingenieurstudium im Garten- und Landschaftsbau beginnen. „Ich bin mir sicher, dass mir die Erfahrungen aus meiner Ausbildungszeit dabei sehr nützlich sein werden – besonders was die Dachbegrünung angeht. Außerdem möchte ich noch einen Baumkletterschein machen. Der Beruf bietet mir sehr viele Möglichkeiten.“

Die Mitschülerinnen und Mitschüler von Werminghaus aus seiner Berufsschulklasse wollen nach der Prüfung ganz unterschiedliche Wege gehen: einige werden als Geselle weiterarbeiten, um später einen Abschluss als Meister oder Techniker zu machen, andere streben ein Fachabitur an – für die gesuchten Experten für Garten und Landschaft sind die Möglichkeiten vielfältig. (augala/ts)

 

 

 

 

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