Bauhauptgewerbe: Tarifgespräche vertagt

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Die Tarifverhandlungen für das Bauhauptgewerbe sind erneut ergebnislos vertagt worden. Foto: maho/Fotolia

Für das Bauhauptgewerbe ist nach wie vor kein neuer Tarif in Sicht. Auch in der dritten Verhandlungsrunde kamen die Tarifpartner zu keinem Ergebnis. Nach Auffassung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) liegt das vor allem an den Arbeitgebervertretern, die zu keinem Kompromiss bereit seien.

„Diese Blockadehaltung macht mich fassungslos. Der Bau boomt wie seit Jahren nicht mehr. Die Branche ist die Lokomotive der deutschen Wirtschaft, aber die Arbeitgeber gönnen den Beschäftigten nichts. Sie sollen kein bisschen von der hervorragenden Baukonjunktur profitieren“, kritisiert der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende und Verhandlungsführer Dietmar Schäfers.

Bauhauptgewerbe: Tarifpartner uneins über Lohnplus

Laut IG BAU hätten sich die beiden Arbeitgeberverbände – der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) sowie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) – selbst nach stundenlangen zähen Verhandlungen nicht auf die Forderungen der Gewerkschaft zubewegt. Statt der von der IG BAU geforderten Lohnerhöhung um 5,9 Prozent blieb die Gegenseite etwa bei ihrem bisherigen Angebot: 1,3 Prozent mehr im Westen und zwei Prozent im Osten.

Auch bei der Laufzeit des neuen Tarifs besteht Uneinigkeit. Während die IG BAU für einen Tarifabschluss über zwölf Monate plädiert, wollen die Arbeitgebervertreter eine 24-monatige Laufzeit aushandeln. Dafür bieten sie für das zweite Jahr ein Lohnplus von 1,8 Prozent im Westen und 2,5 Prozent im Osten an.

Weitere Streitpunkte in den Tarifgesprächen für das Bauhauptgewerbe

Weitere Streitpunkte bleiben die von der IG BAU geforderte Übernahme der Fahrt- und Übernachtungskosten im Rahmen der Ausbildung, die Wiedereinführung des Mindestlohns II im Osten sowie bezahlte arbeitsfreie Tage an Heiligabend und Silvester für Bauarbeiter.

Zudem kamen die Tarifparteien der IG BAU zufolge zu keiner Einigung bei der Bereitstellung der Unterkünfte und der Verpflegungspauschale für weit entfernte Baustellen. Hier fordert die Arbeitnehmerseite eine Tagespauschale von 34,50 Euro für die Verpflegung, dem ein Angebot von 24 Euro auf Arbeitgeberseite gegenübersteht.

Wie die IG BAU mitteilt, treffen sich die Tarifparteien am 17. Mai zu einer neuen Verhandlungsrunde im Rhein-Main-Gebiet. (ts)

 
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